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1.02.2017
erschienen in GIESSEREI Heft 2|2017

Importsteuer schadet US-Interessen

Fahrzeugproduktion im BMW-Werk Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina. In 2016 liefen rund 411 000 X-Modelle vom Band, 70 % davon wurden aus den USA exportiert (Foto: BMW).

>DEUTSCHE AUTOBAUER: Donald Trump greift die deutschen Autobauer an und droht mit Strafsteuern für Autoimporte. Dabei übersieht er, dass die deutschen Hersteller längst ein wichtiger Player an US-Standorten sind: Sie bauen dort nicht nur für den US-Markt, sondern gehören inzwischen zu den wichtigsten Fahrzeugexporteuren der USA. Der US-Markt ist für die deutschen Hersteller von enormer Bedeutung: Im Premiumsegment halten sie einen Marktanteil von 40 %. Zuletzt wurden fast 550 000 Fahrzeuge im Wert von über 30 Mrd. Euro in die USA exportiert. Das entspricht in etwa 10 % der deutschen Produktion.

Auf diese Nachfragemacht setzt Trump, um die deutschen Hersteller anzugreifen. Zum einen verlangt er von den deutschen Autobauern, Investitionsprojekte in Mexiko zugunsten von Fabriken in den USA zu streichen. Zum anderen kritisiert er, dass in Deutschland zu wenige Fahrzeuge aus US-Produktion zu finden seien. Trump übersieht dabei, dass seine Attacke die USA selber trifft, denn sie sind bereits ein wichtiger Produktionsstandort für deutsche Autobauer. Im vergangenen Jahr liefen gut 850 000 Fahrzeuge deutscher Marken in den USA vom Band. Das sind etwa 7 % der gesamten US-Produktion und die Tendenz ist klar steigend. Und: Die US-Produktion deutscher Hersteller wird nur etwa zur Hälfte in den USA verkauft, der Rest wird weltweit exportiert. Gerade die Premiumhersteller montieren ihre SUV-Modelle in den Vereinigten Staaten für den Weltmarkt. Auch an den US-Autoexporten nach Deutschland von etwa 176 000 Fahrzeugen haben die deutschen Hersteller einen großen Anteil. Ferner sollte Trump bei seiner Kritik bedenken: Chevrolet heißt hierzulande Opel. (Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft)
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