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7.02.2017
erschienen in GIESSEREI Heft 2|2017

Schutzschirmverfahren für Spezialguss Wetzlar beantragt

Luftaufnahme von Spezialguss Wetzlar. Das Unternehmen ist nun Gegenstand eines Schutzschirmverfahrens, weil der Markt für Gas- und Dampfturbinen eingebrochen ist und zu Überkapazitäten in der Gussfertigung von Gehäusen geführt hat (Foto: DIHAG).

>DIHAG Holding: Die DIHAG Holding, die größte unabhängige Gießereigruppe in Westeuropa mit Sitz in Essen, hat am 30. Dezember 2016 das Schutzschirmverfahren für ihr Tochterunternehmen Spezialguss Wetzlar (SGW) beantragt. Ziel ist es, die Gießerei in Eigenverwaltung zu sanieren und wettbewerbsfähige Geschäftsbereiche zu erhalten.

Nötig wurde die Maßnahme, weil der Markt für Gas- und Dampfturbinen eingebrochen ist. Dies führte zu Überkapazitäten in der Gussfertigung von Gehäusen. Das Schutzschirmverfahren soll der DIHAG Holding ermöglichen, ein Zukunftskonzept für die SGW in Eigenverwaltung zu entwickeln. Das Schutzschirmverfahren dauert in der Regel drei Monate, innerhalb derer das Unternehmen einen Sanierungsplan erstellt und anschließend umsetzt.

Die 1731 gegründete Spezialguss Wetzlar ist eine von elf Gießereien der Unternehmensgruppe. „Wir haben uns angesichts der Marktlage für das Sanierungsprogramm entschieden, um wettbewerbsstarke Geschäftsfelder zu erhalten und die SGW wieder nachhaltig profitabel zu machen“, erklärt Carsten Kloes, Chief Financial Officer der DIHAG Holding. Um Überkapazitäten im Bereich Großguss abzubauen, wird die SGW Personalrestrukturierungen durchführen müssen. Die SGW erwirtschaftete in den letzten fünf Geschäftsjahren jeweils nicht unerhebliche Verluste.

Um das Unternehmen zu sanieren, hat das Management der SGW in der Vergangenheit Restrukturierungsmaßnahmen sowie eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens eingeleitet. Die DIHAG Holding unterstützte ihr Tochterunternehmen dabei finanziell und mit zusätzlichen Managementkapazitäten. Diese Maßnahmen haben dennoch nicht ausgereicht, Spezialguss Wetzlar zu sanieren. Dies soll nun mit erfahrenen Experten, einer externen Beratungsgesellschaft sowie dem erweiterten Instrumentarium des Schutzschirmverfahrens gelingen.
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