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30.01.2017
erschienen in GIESSEREI Heft 2|2017

Virtuelle Batterie wird Teil der KlimaExpo.NRW

Engagieren sich für den Standort NRW und ein Gelingen der Energiewende: Karla Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverband Ruhr, der Trimet-Vorstandsvorsitzende Dr. Martin Iffert, Viktor Haase, Abteilungsleiter Nachhaltige Entwicklung, Fachübergreifende Umweltangelegenheiten im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) des Landes Nordrhein-Westfalen, und KlimaExpo.NRW-Geschäftsführer Wolfgang Jung
(v. l. n. r.). Foto: Trimet

> TRIMET: Die Aluminiumproduktion benötigt viel Energie. Dieser große Bedarf bietet eine Chance für die Energiewende. Das zeigt die Trimet Aluminium SE, Essen, mit dem Projekt Virtuelle Batterie. Der Aluminiumproduzent will die Elektrolyseöfen einer Produktionslinie am Standort Essen als Energiespeicher flexibel nutzbar machen. Die Leistung soll in einem Bereich von plus/minus 25 % variiert werden können. Dadurch entsteht eine virtuelle Speicherkapazität von rund 1120 Mwh, die vergleichbar ist mit der eines mittelgroßen Pumpspeicherkraftwerks. Dieser Stromspeicher erleichtert die Einspeisung von unsteten Erneuerbaren Energien wie Wind- und Sonnenenergie in das deutsche Stromnetz, indem er Schwankungen im Netz ausgleicht.

Für dieses vorbildliche Engagement im Klimaschutz nahm Viktor Haase, Abteilungsleiter Nachhaltige Entwicklung, Fachübergreifende Umweltangelegenheiten im MKULNV, das Projekt Mitte Januar 2017 stellvertretend für NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel in die KlimaExpo.NRW auf, die als Leistungsschau und Ideenlabor für den Standort NRW gilt. Zu diesem Anlass übergab Viktor Haase gemeinsam mit KlimaExpo.NRW-Geschäftsführer Wolfgang Jung die Urkunde zur Aufnahme an Dr. Martin Iffert, Vorstandsvorsitzender der Trimet Aluminium SE. NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel zum Projekt: „Mit diesem vorbildlichen Projekt hat Trimet gezeigt, dass die energieintensive Industrie ein wichtiger Partner der Energiewende ist. Durch gezieltes Lastmanagement leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung bei fluktuierender Einspeisung und zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende.“ Um diesen 123. von „1000 Schritten in die Zukunft“, die die KlimaExpo.NRW bis zum Jahr 2022 aufzeigt, auch symbolisch zu würdigen, nahm Wolfgang Jung die Schuhabdrücke von Dr. Martin Iffert ab: „Trimet zeigt hier besonders eindrucksvoll, wie industrielle Energieabnehmer ihre etablierten Prozesse neu durchdenken, zur Netzstabilität beitragen und so zum Treiber der Energiewende werden können“, erklärte Wolfgang Jung. Dr. Martin Iffert nahm die Würdigung dankend entgegen: „Wir engagieren uns seit Jahren für eine energie- und ressourceneffiziente Aluminiumherstellung und -verarbeitung. Die virtuelle Batterie ist ein revolutionärer Meilenstein, der unterstreicht, dass die Grundstoffindustrie einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten kann und will. Wir freuen uns über die Auszeichnung und begreifen sie als Anerkennung für die Kreativität und harte Arbeit aller beteiligten Mitarbeiter und Projektpartner.“

Auch Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des KlimaExpo.NRW-Regionalpartners Regionalverband Ruhr, sprach ein Grußwort zur Aufnahme in die Leistungsschau: „Die Metropole Ruhr war und ist eine der bedeutendsten Industrieregionen in Deutschland. Investitionen in nachhaltige und effiziente Technologien, wie die „Virtuelle Batterie“ der Firma Trimet, sind nicht nur klimafreundlich, sondern setzen Zeichen für die Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes an Ruhr und Emscher.“ Für die flexible Steuerung der Elektrolyseöfen hat Trimet gemeinsam mit der Bergischen Universität Wuppertal einen steuerbaren Wärmetauscher entwickelt, der die Energiebilanz im Ofen trotz unsteter Energiezufuhr konstant hält. Eine große Herausforderung besteht darin, bei flexibler Energiezufuhr die Produktion konstant zu halten, damit der Gießereiprozess nicht gestört und Lieferverpflichtungen eingehalten werden. Prozessbedingt enthält jede Aluminiumelektrolysezelle einen Aluminiumsee aus zehn Tonnen flüssigem Aluminium. Je nach Mehr- oder Minderproduktion soll dieser Inhalt angepasst werden, damit die Produktionsschwankungen nicht die kontinuierliche Weiterverarbeitung des Materials stören. Das neue Verfahren hat großes Potenzial: Bei einer vollständigen Umsetzung könnten die vier Aluminiumhütten in Deutschland – drei davon stehen in Nordrhein-Westfalen, zwei dieser Hütten sowie die Hütte in Hamburg werden von Trimet betrieben – die bisherige Pumpspeicherkapazität im Land von 40 GWh um ein Drittel erhöhen. Für den derzeit laufenden Test im industriellen Maßstab investiert das Familienunternehmen rund 36 Mio. Euro.
www.trimet.de