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28.03.2017

17. Deutscher Druckgusstag in Heidenheim

Über 170 Teilnehmer waren nach Heidenheim an der Brenz angereist, um Anfang März den 17. Deutsche Druckgusstag zu besuchen. FOTO: BDG

> DRUCKGUSSTAG: Mit über 170 Teilnehmern war der 17. Deutsche Druckgusstag, der in diesem Jahr am 7. März 2017 in Heidenheim an der Brenz durchgeführt wurde, ein voller Erfolg. Dazu trug auch die begleitende Fachausstellung bei. Der Deutsche Druckgusstag findet alle zwei Jahre unabhängig von der Messe EUROGUSS statt und wird gemeinsam vom Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG) und vom Verband Deutscher Druckgießereien (VDD) veranstaltet. Die Mitgliederversammlung des VDD fand ebenfalls im Rahmen des Druckgusstages statt. Am Vortag zum Druckgusstag traf sich traditionell auch der BDG-Fachausschuss Druckguss. Dieser beschäftigte sich mit den Berichten aus den Arbeitskreisen und mit aktuellen Forschungs- und Entwicklungsthemen.

Der eigentliche Druckgusstag wurde durch den Gießerabend eröffnet, der dieses Mal durch die Bühler AG, Uzwil, Schweiz, ausgerichtet wurde. Bei diesem gemütlichen Beisammensein bestand ausreichende Gelegenheit, das persönliche Netzwerk zu pflegen, neue Persönlichkeiten kennenzulernen sowie sich mit den neusten „Managementmethoden“ vertraut zu machen. Der fachliche Schwerpunkt des Druckgusstages lag – wie immer in den messefreien Jahren – auf den übergreifenden Wirtschafts- und Strategiethemen. Nach der Begrüßung und Einleitung zur Veranstaltung durch den Vorsitzenden des VDD, Gerd Röders, und mit der Moderation durch Thomas Krüger (BDG), begann das spannende Vortragsprogramm mit Marcello Fabbroni, Bühler AG, der in seinem Beitrag die Herausforderungen und Chancen der Druckgussindustrie im Blick auf die wichtigsten Abnehmermärkte thematisierte und auf das noch große Verbesserungspotenzial im Druckgießprozess einging. Jörg Schäfer, Gesamtverband der Aluminiumindustrie (GDA), berichtete über die Situation bei der primären und sekundären Erzeugung von Gusslegierungen. Dabei wurde deutlich, dass die Nachfrage nach Aluminium in den kommenden Jahren weiter steigen wird und dieser Bedarf global gesehen zu etwa 20 % aus Schrotten gedeckt werden kann. Sebastian Schiweck, WirtschaftsVereinigung Metalle (WVMetalle), zeigte, wie groß die europäische und nationale „Regelungswut“ ist und wie komplex und aufwendig sich daher die Lobbyarbeit und damit die Interessenwahrung für die NE-Metallindustrie gestaltet. Die WVMetalle ist die Dachorganisation der Erzeuger und Verarbeiter von Leicht-, Bunt- und Seltenmetallen und wird unter anderem vom BDG getragen. Warum Magnesiumdruckguss hervorragende Eigenschaften und ein beträchtliches zusätzliches Einsatzpotenzial in allen möglichen Technikbereichen hat, wurde mit dem Vortrag von Hartmut Fischer, Andreas Stihl AG, Weinsheim, deutlich. Wenn schwierige Situationen entstehen und Kunden oder Lieferanten in die Krise geraten, so kann sich die Krise auch auf die Gießerei ausdehnen. Mit welchen Instrumenten man die Krisenfaktoren in der Lieferkette erkennt und wie man seine Forderungen sichert und zum Erhalt seines Geschäftspartners beiträgt, machten Jörg Heus, AMBG Adiutor Management- und Beratungsgesellschaft mbH, und RA Rüdiger Weiss, Wallner Weiß Insolvenzverwalter Gutachter GbR, transparent. Die Referentin Gabriele Romeike-Fänger, Financial Projects, zeigte in ihrem Beitrag, wie sich die Digitalisierung im Finanzsektor auf die Unternehmens- und Exportfinanzierung auswirkt. Besonders ging sie dabei auf das Thema „Factoring“ ein. Jens Dietrich, Gossler Gobert & Wolters Assekuranzmakler GmbH & Co. KG, berichtete in seinem Beitrag über Brandschäden an Absaug- und Filteranlagen in der Druckgießerei und wie diese vermieden werden können. Zum Abschluss des Druckgusstages nahm Guido Rau, Georg Fischer Automotive AG, Schaffhausen, Schweiz, die Teilnehmer auf eine Reise zur bevorstehenden Elektromobilität mit. Welche Herausforderungen kommen durch die Elektromobilität auf die Druckgießer zu? Was bedeutet die Zunahme von Car-Sharing bezogen auf den Verkauf von Neuwagen? Wie verändern sich die Komponenten und damit das Produktspektrum der Druckgießereien? Die Antworten auf diese Fragen machen deutlich, dass es neben den zu erwartenden Veränderungen auch viele Chancen für das Druckgießen gibt. Neue Leichtbaustrukturteile werden zum Beispiel wegfallende Komponenten im Motorenbereich kompensieren. Die Druckgießer werden mit ihrem Verfahren auch zukünftig ein wettbewerbsfähiger Partner für die Gussabnehmer sein.

www.bdguss.de