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24.03.2017

Gießerei-Ausstellung in Velbert

Dr. Jutta Scheidsteger, 1. Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins, und Dr. Ulrich Morgenroth, Museumsleiter des Schloss- und Beschlägemuseums, freuen sich auf die Gießereiausstellung im Juni 2017. FOTO: UWE MÖLLER

> BGV: Eine Gießerei muss man in nordrhein-westfälischen Velbert mittlerweile fast mit der Lupe suchen. Dabei war die Stadt ab Mitte des 19. Jahrhunderts „der europäische Gießereistandort schlechthin“, wie Dr. Jutta Scheidsteger ins Gedächtnis ruft. Ihr Verein – die Unternehmerin ist erste Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins (BGV/Abteilung Velbert-Hardenberg) – widmet jetzt seine nächste Ausstellung genau diesem Thema. Ende Juni 2017 eröffnet der Fachmann Jürgen Wesoly im Deutschen Schloss- und Beschlägemuseum die Gießereiausstellung „Velbert – einst europäischer Gießereistandort: Vom Gelbguss zum Eisen- und Leichtmetallguss“.

Die Ausstellung ist nur einer der insgesamt 18 Programmpunkte in diesem Kalenderjahr, von denen bis auf lediglich zwei alle vom Beirat und Vorstand selbst auf die Beine gestellt und durchgeführt werden. Für Scheidsteger nicht zuletzt ein Indiz dafür, wie lebendig und aktiv der Verein ist. Er habe aktuell rund 260 Mitglieder aus dem gesamten Stadtgebiet. Die Abteilung Velbert-Hardenberg wiederum ist einer von 14 Ortsverbänden des „großen“ BGV, der mit 3800 Mitgliedern deutschlandweit der größte historische Verein ist. BGV-Vizepräsident und Museumsleiter des Schloss- und Beschlägemuseums Dr. Ulrich Morgenroth berichtet, dass einst u. a. auch die zapfenförmigen Gewichte für Kuckucksuhren in Velbert gegossen wurden, weil man dafür dieselben Formkästen wie für Schlüssel verwenden konnte. Weitere Produkte waren beispielsweise Bremstrommeln, Fleischwölfe und Rohrverbindungsstücke. „Wir gehen der Gießerei-Geschichte nach, erklären die Technik wie Grau-, Gelb- und Temperguss, und wir stellen exemplarisch Firmen vor“, kündigt die BGV-Vorsitzende an. In diesem Zusammenhang lobt sie die enge Kooperation mit dem Museum, die das alles erst möglich mache. Diese sei jedoch keine Einbahnstraße: Wenn im Museum Not am Mann sei, wären BGV-Mitglieder zur Stelle und arbeiteten dort mit.

Quelle: Klaus Kahle, WAZ Velbert
www.bgv-velbert-hardenberg.de