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12.05.2017

China wird weltweit zum zentralen Antrieb

> ELEKTROMOBILITÄT: Die Bedeutung des chinesischen Marktes für die internationale Automobilindustrie ist unbestritten. Das Land hat in den zurückliegenden Jahrzehnten eine einzigartige Erfolgsstory nicht nur bei der Entwicklung seiner Individualmobilität geschrieben. Mittlerweile sind die internationalen Automobilbauer nahezu vollzählig auf diesem weltweit größten Fahrzeugmarkt präsent, der eine Dynamik entwickelt hat, die vor einem guten Jahrzehnt noch niemand zu prognostizieren wagte. Hinzu kommt eine stetig wachsende Zahl einheimischer Automobilmarken. Chinas rasante technische Entwicklung im Automobilsektor geht indes bereits weiter und wendet sich unaufhaltsam neuen Antriebsformen zu. Geht es nach der Society of Automotive Engineers (SAE) China, sollen Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride hier bis zum Jahr 2030 einen Marktanteil von 50 % erreichen. 2020 bereits soll der Bestand an Fahrzeugen mit neuen Antriebstechnologien (New Energy Vehicles) 5 Mio. Einheiten betragen. Dazu zählen Plug-in-Hybride sowie Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge. Die jüngste Studie der chinesischen SAE setzt damit ehrgeizige Ziele für das Reich der Mitte.

„Für uns ist klar, dass der chinesische Automobilmarkt heute und in Zukunft eine äußerst wichtige Rolle in der Verbreitung der Elektromobilität auch über die eigenen Landesgrenzen hinaus haben wird“, sagte Horst Binnig, Vorstandschef des deutschen Automobilzulieferers Rheinmetall Automotive, Neckarsulm, anlässlich der Messe Auto Shanghai, die vom 21.-28. April stattfand. Das Unternehmen ist seit über zwanzig Jahren vor Ort und erwirtschaftet mittlerweile mit 5000 Beschäftigten in China einen Umsatz von knapp 1 Mrd. Euro. Auch Rheinmetall Automotive sieht dabei aktuell deutliche Vorzeichen für eine kontinuierliche Entwicklung des chinesischen Marktes hin zu neuen Antriebsformen. Beginnend mit elektrifizierten Komponenten für Hybridantriebe, wie beispielsweise regelbaren Nebenaggregaten oder Pumpen, über den Bereich Leichtbau bis zu Produkten für reine Elektromobile erstreckt sich die Produktpalette des weltweit präsenten Zulieferers. Dazu zählen unter anderem bereits heute Batterieträger für Elektrofahrzeuge oder Spezialgehäuse für komplette Elektromotoren, die von Rheinmetall Automotive künftig vor Ort speziell für den chinesischen Markt gefertigt werden. Binnig weiter: „Die Welt der Automobiltechnik schaut auf China. Sie wird dies in Zukunft noch stärker tun, denn viele wichtige Rahmenbedingungen sprechen für eine erneute Vorreiterrolle des weltgrößten Automobilmarktes, wenn es um das Thema Elektromobilität geht“.

In der Tat wird die Einführung schärferer Abgasnormen nach europäischem Vorbild wie aktuell beispielsweise bereits in Peking und Shanghai von den chinesischen Behörden konsequent umgesetzt. Hinzu kommt eine konstante Reduzierung des Flottenverbrauchs CAFC (Corporate Average Fuel Consumption). Betrug dieser 2016 noch 6,7 l auf 100 km, so muss er bis 2020 auf 5 l sinken und darf 2025 sogar nur noch 4 l betragen. Dies macht fast zwangsläufig einen Mix zukunftsweisender Motorenkonzepte notwendig. Und auch alternative Antriebsformen unterstützt der chinesische Staat auf vielfältige Weise. Dies zeigen die aktuell diskutierten Supercredits für energiesparende Fahrzeuge mit Verbräuchen unter 2,8 l pro 100 km sowie für Fahrzeuge mit neuen Antriebsformen (New Energy Vehicles, NEV). Der zu erfüllende Grenzwert wird bei NEVs voraussichtlich ab 2018 mit einem Wert von 5 % einsetzen und in den folgenden zwei Jahren bis auf 12 % steigen. China baut derweil sein Ladesäulennetz an den Hauptverkehrsachsen weiter aus.

www.rheinmetall-automotive.com