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5.07.2017

Millionen-Investition geplant

Das flüssige Eisen hat eine Temperatur von rund 1400 °C, bevor es in die Verarbeitung geht. Ein neuer Ofen soll das flüssige Eisen warmhalten. FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR

> MEIER GUSS: Die Heinrich Meier Eisengießerei GmbH & Co. KG in Rahden will einen Warmhalterinnenofen mit Nebenanlagen bauen. Die neue Anlage ist mit erheblichen Investitionen verbunden, soll eine alte Anlage ersetzen und außerdem große Mengen Energie einsparen. Der neue induktiv beheizte Warmhalterinnenofen soll 75 t Nutzinhalt einschließlich aller zugehörigen Versorgungs-, Förder- und Dosiereinrichtungen haben. Hier soll das im Kupolofen geschmolzene Eisen für das nachfolgende Vergießen zwischengespeichert werden. Bei einer Bauausschusssitzung in Rahden am 11. Mai wurden die Planungen offengelegt: Der Warmhalterinnenofen soll ausschließlich als Warmhaltegefäß betrieben werden. Durch den neuen Ofen soll eine Optimierung der Produktionsabläufe erreicht und die Eisenqualität verbessert werden. Kommt es derzeit zu einer Störung der Formanlage, kann das flüssige Eisen nicht mehr in dem vorgesehenen Umfang in die Formen gegossen werden. In der Regel wird dann die Gattierung angehalten und der Ofen schmilzt nur noch die in ihm enthaltenen Sätze, bevor er ganz vom Wind genommen wird. Dieses Überschusseisen wird dann direkt aus dem Vorherd entnommen und in Kokillen gegossen.

Das hierbei produzierte Eisen ist nur noch als Kreislaufmaterial wiederverwertbar und muss wieder eingeschmolzen werden. Insgesamt werden durch die fehlenden Speicherungsmöglichkeiten des flüssigen Eisens pro Jahr rund 345 t „vermasselt“. Somit kann die reine Schmelzzeit bei gleichbleibender Ausbringung verringert werden, was zu einer Energieeinsparung von rund 4,4 Mio. kWh pro Jahr führen soll. Durch die Errichtung und den Betrieb des neuen Rinnenofens wird die bisherige beheizte Zehn-Tonnen-Vergießeinrichtung hinfällig, da kein Bedarf mehr besteht, das flüssige Eisen über der Formanlage warm zu halten. Die beheizte Vergießeinrichtung soll daher stillgelegt und durch eine neue 7,5 t umfassende unbeheizte Vergießeinrichtung ersetzt werden. Für den Betrieb des neuen Warmhalterinnenofens ist darüber hinaus eine 20-t-Krananlage erforderlich, die eine Erhöhung eines Teilbereiches der Halle Nord notwendig macht. Durch die geplanten Maßnahmen sollen die Produktionsabläufe optimiert werden. Die Kapazität der genehmigten Schmelzleistung von 68 000 t Guss pro Jahr soll durch das Vorhaben nicht erhöht werden. Auch die Jahresproduktion für das Gießen soll mit maximal 4160 h und den Gießzeiten von 6 bis 22 Uhr unverändert bleiben. Die Investitionskosten für diese „in die Zukunft gerichtete erste von mehreren notwendigen Investitionen zur Sicherung und Optimierung des Standortes Rahden belaufen sich auf circa 3,9 Mio. Euro“, wie es in der Bauausschusssitzung hieß. Die Umsetzung und Einführung ist betriebsbedingt zum Jahreswechsel 2017/2018 vorgesehen. Quelle: Neue Westfälische Zeitung für das Lübbecker Land, 4.5.17, Autor: Joern Spreen-Ledebur

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