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7.09.2017

Exkursion zur Fritz Winter Eisengießerei

> VDG-ZUSATZSTUDIUM: Im Rahmen des 16. VDG-Zusatzstudiums erhielten die Studierenden der Gießereitechnik die Gelegenheit, das erworbene Wissen bei der Fritz Winter Eisengießerei praxisnah zu vertiefen. Die Teilnehmer des VDG-Studiums haben inzwischen das 3. Studienmodul in Freiberg beendet, im September 2017 startet das 4. Studienmodul in Clausthal-Zellerfeld. Ende November ist das Zusatzstudium beendet.

Schon wenn man am Bahnhof in Stadtallendorf, der „jungen Stadt im Grünen“ ankommt, bemerkt man sofort den typischen Geruch einer Eisengießerei. Dieser Geruch mischt sich mit einer kräftigen Prise Schokolade und einem Hauch Haselnüsse, der von der benachbarten Süßwarenfabrik von Ferrero ausgeht. Erst 1960 wurden die Stadtrechte an „Allendorf“ verliehen, doch schon seit 1951 produziert Fritz Winter am Standort u. a. Zylinderblöcke, -Köpfe, Bremsscheiben und -Trommeln. Gemessen an der Tonnage ist Fritz Winter die größte Eisengießerei Europas und obendrein die größte konzernunabhängig geführte Gießerei der Welt. Selbst nach einer fünfstündigen Führung und Präsentation hat man als Besucher nur einen Teil des Unternehmenssitzes gesehen. Unvergessen bleibt für jeden Besucher der riesige Heißwindkupolofen, welcher fast 100 Tonnen flüssiges Eisen pro Stunde „ausspuckt“ oder das umfangreiche Sandkreislaufsystem, um die Formanlagen kontinuierlich zu versorgen. Gerade Kommilitonen aus kleineren (Handform-) Gießereien waren von den Durchsatzmengen bei gleichzeitiger, breiter Sortimentsvielfalt bei Fritz Winter beeindruckt. Die Roboterfertigung war ein Thema im letzten Studienmodul in Freiberg und daher war es umso interessanter, diese robotergesteuerte Fertigung des V8-Dieselmotors vor Ort zu sehen. Auch die Automatisierung in der Kernfertigung und die damit verbundene überbetriebliche Logistik faszinierten eine Kommilitonin. Nach der Gießereiführung durfte die Besichtigung historischer Anknüpfungspunkte der Stadt nicht fehlen: Die Sprengstoffwerke Allendorf und Herrenwald wurden ab 1933 aufgebaut, um Trinitrotoluol (TNT) zu produzieren und so den steigendenden Munitionsbedarf Deutschlands zu decken. Das Landgut Schloss Plausdorf und der abschließende Gießerabend in Marburg rundeten die Exkursion im Rahmen des VDG-Zusatzstudiums ab.

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