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30.04.2018

Großauftrag für Leichtbaukolben aus China

Das neue Kolbenwerk in Chongqing ist erst seit Ende vergangenen Jahres fertig. Hier sollen die Leichtbaukolben ab 2021 gefertigt werden. Das Werk gehört zum 1997 gegründeten chinesischen Joint Venture Kolbenschmidt Huayu Piston Co. (KSHP), vormals bekannt als Kolbenschmidt Shanghai Pistons.
FOTO: RHEINMETALL AUTOMOTIVE

> KS KOLBENSCHMIDT: Mit einem Lifetime-Volumen von mehr als 47 Mio. Euro hat die zur Rheinmetall Automotive AG, Neckarsulm, gehörende Konzerntochter KS Kolbenschmidt jetzt den ersten Auftrag für Kolben mit der neuesten Kolbentechnologie Liteks 4 erhalten. Auftraggeber ist das Joint Venture eines großen, international tätigen Automobilherstellers mit einer der führenden chinesischen Unternehmensgruppen.

Die Komponenten sind für den Einsatz in einem neuen vierzylindrigen Ottomotorenmodell mit 1,5 l Hubraum und einer Leistung von nahezu 150 kW bestimmt. Der Produktionsstart ist für Herbst 2021 geplant. Hergestellt werden die Leichtbaukolben „local for local“ im neu erbauten Kolbenwerk in Chongqing. Das Werk gehört zum 1997 gegründeten chinesischen Joint Venture Kolbenschmidt Huayu Piston Co. (KSHP), vormals bekannt als Kolbenschmidt Shanghai Pistons, und wurde erst Ende letzten Jahres fertig gestellt.

KSHP hält innerhalb Chinas eine führende Marktposition bei Pkw-Kolben und konnte seine Produktionszahl in den zurückliegenden zehn Jahren mehr als verfünffachen. Der Standort in der Millionenmetropole Chongqing verfügt über modernste Technologien und Produktionsanlagen. Die eingesetzten Kolbenringe stammen vom Allianzpartner Riken und die Kolben werden komplett montiert an den OEM ausgeliefert. Herstellungsort der Kolbenringe ist das Werk des Kolbenschmidt-Joint Ventures mit Riken in Wuhan. Für den Auftrag haben die Allianzpartner gemeinschaftlich die Optimierung des integrierten Gesamtsystems aus Kolben, Ringen und Bolzen erarbeitet.

Durch das optimal abgestimmte System ergibt sich eine verminderte Reibleistung, die sich positiv auf den Verbrauch und schädliche Umweltemissionen auswirkt. Dies kam den hohen Kundenanforderungen nach Leichtbaukolben mit geringer Reibung und äußerst geringem Gewicht entgegen. Ein weiteres Kriterium für den Zuschlag war die robuste technische Lösung, die KS Kolbenschmidt in einem attraktiven Gesamtpaket anbieten konnte.

KS Kolbenschmidt führte 2006 Leichtbaukolben mit dem Markennamen Liteks ein. Diese besonders leichten, hochleistungsfähigen Kolben wurden seither den Bedürfnissen der Märkte entsprechend weiter entwickelt und zwischenzeitlich über 100 Millionen Mal in Fahrzeugen rund um den Globus verbaut. Bei der neuesten, vierten Liteks-Generation konnte das Kolbengewicht durch den Einsatz einer hochwarmfesten Legierung und verminderter Wandstärken um rund 10 % vermindert werden. Grundlage hierfür ist die Optimierung der Kolbengrundstruktur.

Besonders gut schneidet diese Generation auch hinsichtlich ihrer Reibleistungswerte ab. In Versuchen auf dem Kolbenschmidt-eigenen Reibleistungsprüfstand konnte unter Volllast-Bedingungen eine Minderung der Reibleistung um bis zu 28 % nachgewiesen werden. Damit erfüllt die Kolbengeneration die aktuellen, sehr hohen Anforderungen im Hinblick auf Verbrauchsreduktion und umweltgerechte CO2-Einsparungen.

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