Aktuelles aus der Branche

16.01.2018
erschienen in GIESSEREI Heft 1|2018

Regenerieranlage für anorganisch gebundenen Formsand

> WEBAC: Das Projekt mit dem Kurztitel „Regenerieren statt Deponieren“ soll die Recyclingquote klein- und mittelständischer Gießereien nachhaltig erhöhen. Hierfür hat die Webac Gesellschaft für Maschinenbau in Euskirchen mit dem Institut für wirtschaftliche Fertigung und Qualitätsmanagement (IwF) in Kempen zusammengearbeitet. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

„Die wissenschaftliche Weiterentwicklung von Anlagen und Prozessen durch die deutsche Industrie ist eine unverzichtbare Größe unserer Gesellschaft. Mit dem Kombi-Regenerator können wir den Regenerationsprozess in den Gießereien noch wirksamer bedienen und unseren Kunden maßgeschneiderte wirtschaftlich konkurrenzfähige Produkte bieten. Wir gehen von einer Kostenreduzierung gegenüber den heute eingesetzten Verfahren von mindestens 30 % aus“, so Heinrich Richard Kairies, CEO der Webac GmbH. Im Zuge der Ansprüche an den Umweltschutz ist eine Umstellung auf Systeme zu beobachten, die zum einen den Anforderungen des Gießprozesses sowie den Qualitätsforderungen an die Produkte standhalten, weiterhin aber auch die geforderte Stabilität aufweisen und damit die Umwelt nicht belasten. Deshalb werden heute immer häufiger anorganische Bindemittel verwendet, die die Senkung des Emissionspotenzials wie Gerüche, Benzol, VOC, Feinstäube und die Erhöhung der Gussqualität gewährleisten.

Beim Einsatz anorganischer Bindersystemen für Sandkerne wird heute allerdings in den klein- und mittelständischen Gießereien ausschließlich im offenen Materialkreislauf gearbeitet, da kein Regenerationsverfahren bekannt ist, das eine ausreichende Regenerationsqualität bei wirtschaftlich akzeptablen Kosten erzeugt. Offener Kreislauf in diesem Zusammenhang bedeutet, dass der einmal eingesetzte Kernsand auf Deponien entsorgt und durch Neusand ersetzt wird.

Die heute eingesetzten Regenerieranlagen für anorganisch gebundene Gießereisande sind aufwendige sogenannte zweistufige bzw. dreistufige Anlagen und bestehen aus einem thermischen Regenerator und einem bzw. zwei mechanisch arbeitenden Regeneratoren. Diese Anlagenausführung verursacht hohe Anlagen- und Betriebskosten und erfordert eine kontinuierliche, wenig flexible Arbeitsweise. Die Regeneratkosten übersteigen bei kleinen Durchsatzmengen die Deponiekosten.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung, Konstruktion und Erprobung einer einstufigen Regenerieranlage, die die erforderlichen Verfahrensstufen in einer Anlage vereinigt und damit die Anlagen- und Betriebskosten erheblich senkt. Mit diesem Kombi-Regenerierungsverfahren wird dann auch für die klein- und mittelständische Gießerei-Industrie die Voraussetzung geschaffen, den Kernsand zu regenerieren, was aus ökologischer und ökonomischer Sicht eine Grundvoraussetzung für den vermehrten Einsatz der umweltfreundlichen anorganischen Sandsysteme ist. Die geplanten Entwicklungs- und Versuchsaufgaben erfordern eine Projektlaufzeit von 24 Monaten.

www.webac-gmbh.de