30.03.2017

Drei Fragen an...

FOTO: DIHAG

Stefan Mettler, COO der DIHAG Holding, zum Thema Arbeitssicherheit in Gießereien, zur Strategie der DIHAG-Gruppe diesbezüglich und zum Stand der Dinge bei der Umsetzung. Arbeitssicherheit ist auch das Titelthema des aktuellen BDG report 1/2017.

 Wie managen Sie den Arbeits- und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen?
Bei der DIHAG-Gruppe haben Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz höchste Priorität. Wir operieren in jeder unserer Gießereien mit eigener Stabsstelle. Die jeweiligen Geschäftsführer fungieren als Mentoren. Zusätzlich gibt es Beauftragte für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Zweimal pro Jahr treffen wir uns auf Holding-Ebene mit den führenden Technikern der Werke, um den Status quo zu analysieren und Verbesserungsmaßnahmen zu definieren. Beispielsweise mit regelmäßigen Schulungen, täglichen Sicherheitsbesprechungen und der erforderlichen Sicherheitsausrüstung schaffen die Unternehmen die Voraussetzung für höchste Arbeitssicherheit. In der Gesundheitsförderung ist zum Beispiel eine enge Zusammenarbeit mit den Krankenkassen zielführend sowie Angebote für Präventionskurse, Fitnesstrainings und Beratung zu gesunder Ernährung – je nachdem was die einzelnen Unternehmen für die Mitarbeiter für sinnvoll erachten. Eine transparente Kommunikation ist der Schlüssel, um alle Mitarbeiter im Unternehmen für den Arbeitsschutz zu sensibilisieren. Das Prinzip hierbei heißt: Motivation durch Information und die Übernahme von Eigenverantwortung. Durch einschlägige Studien weiß man heute, dass nahezu 100 % der Unfälle aus Unachtsamkeit geschehen. Eingespielte Arbeitsabläufe verleiten schnell dazu, Gefahren zu unterschätzen oder sich selbst zu überschätzen. Von den Mitarbeitern verlangt das Thema permanente Aufmerksamkeit. Das hat auch etwas mit der Unternehmenskultur zu tun. Seitdem wir 2014 mit dem gruppenweiten Null-Unfall-Prinzip gestartet sind, hat sich bereits ein messbarer Erfolg eingestellt. Die Arbeitssicherheit liegt im Interesse sowohl des Unternehmens als auch eines jeden Einzelnen.

Welche Maßnahmen im Hinblick auf den Arbeitsschutz haben sich in besonderer Weise bewährt?
Um Unfallrisiken zu vermeiden, informieren wir kontinuierlich über die verschiedenen Aspekte des Themas Arbeitsschutz sowie über Gefährdungspotenziale, Kennzahlen im Bereich Unfallgeschehen und Arbeitsschutzmaßnahmen. Darüber hinaus haben die Unternehmen definierte Prozesse im Fall eines Unfalls installiert. Es gibt klare Richtlinien bezüglich der Aktionskette – von kurzfristigen Hilfsmaßnahmen bis hin zum Melden des Geschehens bei den Arbeitsschutzverantwortlichen und den Behörden. Dadurch sind die Unternehmen schnell handlungsfähig und können im Sinne von „lessons learned“ Vermeidungsstrategien erarbeiten. Das Null-Unfall-Prinzip steht bei den DIHAG-Gesellschaften an oberster Stelle. In unseren Gießereien bestehen diverse Gefährdungspotenziale, zum Beispiel durch schwebende Lasten, flüssiges Metall, tiefe Gruben, unebene Böden oder Anlagen, die mit Hochspannung betrieben werden. Wenn die Arbeitsschutzstandards beachtet werden, kann jede gefährliche Arbeit sicher ausgeführt werden. Professionell mit den möglichen Gefahren ihrer Arbeit umzugehen, ist heute schon das Tagewerk der Mitarbeiter. Als Arbeitgeber unterstützen wir dabei, die Aufmerksamkeit wachzuhalten. Erste relevante Erfolge geben uns Recht: Ein Jahr nach Implementierung der gruppenweiten Null-Unfall-Strategie im Jahr 2014 konnte die Anzahl der Arbeitsunfälle bereits halbiert werden. Auch wenn die Kurve nun flacher verläuft, arbeiten die Unternehmen intensiv weiter daran, dass dieser Trend anhält.

Wie sind Sie mit dem im Unternehmen praktizierten Arbeits- und Gesundheitsschutz zufrieden?
Zufriedenheit ist im Bereich Arbeitsschutz ein Zustand, den man nur erreichen kann, wenn alle Mitarbeiter bei diesem Thema aufmerksam bleiben. Nur so wird das zugegebenermaßen anspruchsvolle Ziel der null Unfälle am Arbeitsplatz nachhaltig erreicht. Auch beim Gesundheitsschutz geht es um Achtsamkeit und Eigenverantwortung. Die einzelnen Unternehmen der DIHAG Holding GmbH bieten bereits vielfältige Unterstützung an und sie werden sie weiterhin ausbauen – es liegt auch am Mitarbeiter, diese Angebote für sich zu nutzen. Gemeinsam geht es immer besser!

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