9.05.2018
erschienen in GIESSEREI Heft 4|2018

Projektionsfläche der Weltkunst

Die Eisengießerei Plichon in Paris wurde 1835 gegründet. Ihre Werkstore sind schon seit langem geschlossen, doch seit Mitte April 2018 dient das 3000 m2-Areal mit seinen Industrieschornsteinen, Trockentürmen und Tanks als Projektionshintergrund für eine einzigartige Jugendstil-Ausstellung.

Das Atelier des Lumiéres zeigte dort zur Eröffnung am 13. April mit 140 Videoprojektoren und einem speziellen Sound-System Werke der österreichischen Künstler Gustav Klimt und Egon Schiele. In anderen Teilen der ehemaligen Gießerei im 1. Pariser Arrondissement zwischen den U-Bahnstationen Bastille und Nation präsentierten zugleich zeitgenössische Künstler ihre Werke.

„Unser Wunsch ist es, eine andere und neuartige Erfahrung im Kunstverständnis anzubieten. Die heutige digitale Welt macht es möglich, mit der Schwierigkeit fertig zu werden, Ausstellungen mit bedeutenden Werken der Kunstgeschichte zu veranstalten, die oft zu zerbrechlich sind, um bewegt zu werden“, so der Veranstalter Culturespaces.

Die Kunstschau des Atelier des Lumiéres folgt auf den Erfolg der Ausstellung Carrière des Lumières. Ähnlich wie in der Eisengießerei Plichon werden seit 2012 in der Höhle Les Baux-de-Provence Kunstwerke an die Höhlenwände projiziert. Und das Konzept funktioniert: Die Ausstellung verzeichnet jährlich rund 600 000 Besucher.

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