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5.09.2019
erschienen in GIESSEREI Heft 9|2019

Förderung für ressourcensparendes Beschickungsverfahren

Schmelzofen bei AluNorf während des Chargierens. Das Unternehmen führt ein automatisiertes, digitales Verfahren für die Beschickung von Aluminiumschmelzöfen ein und reduziert damit den CO2-Ausstoß deutlich (Foto: Alunorf).

> ALUNORF: Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat dem Unternehmen Aluminium Norf GmbH in Neuss am 7. August einen Förderbescheid über 3,8 Mio. Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums übergeben. Das Unternehmen wird künftig ein innovatives automatisiertes und digitales Verfahren für die Beschickung von Aluminiumschmelzöfen einführen – und vermeidet damit den Ausstoß von rund einer halben Million Tonnen CO2.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „In Neuss wird eine neuartige Technologie in der Aluminiumproduktion angewandt, die Ressourcen und Energie spart. Die Gewinnung von Primäraluminium ist generell sehr ressourcenintensiv. Das Neusser Projekt ist ein echter Gewinn für die Umwelt. Denn es spart Ressourcen und schützt damit auch das Klima.“ Die Aluminium Norf GmbH wurde 1965 in Neuss gegründet und ist weltweit das größte Aluminiumwalz- und -schmelzwerk seiner Art. Das Unternehmen stellt Vormaterial für die Herstellung von Aluminiumprodukten her. Am Standort Neuss werden Kaltband, Warmband und Walzbarren für die Gesellschafter der Aluminium Norf GmbH zur Weiterverarbeitung produziert.

Diese erstreckt sich unter anderem auf Fahrzeugteile, Folie, Lithografie-Druckplatten, Getränkedosen oder Baumaterialien. Ziel des Projektes am Standort Neuss ist es, ein neuartiges System in den Produktionsprozess zu integrieren, das von den Prozessstufen der Materiallieferung, -sortierung, -lagerung sowie Chargenvorbereitung bis zum Schmelzprozess reicht und letztlich zu großen Einsparungen an Primärmaterialien führt. Über eine intelligente Software werden verschiedene Informationen und Daten wie Schrott- und Flüssigmetallanalysen, Lagerstandorte oder Zusammensetzungen von Legierungen in den verschiedenen Schmelzöfen verknüpft. Die Verfahrensumstellung und der Einsatz der Software führt zu geringeren Verbräuchen an Primäraluminium und reinen Legierungselementen wie zum Beispiel Chrom, Kupfer, Mangan, Magnesium, Silizium und Titan.

Die Primärmaterialien dieser Stoffe werden ressourcenintensiv gewonnen. Durch die neue Beschickung seiner Schmelzöfen kann das Unternehmen weltweit jährlich über 500 000 Tonnen an CO2-Äquivalenten vermeiden, wenn man den eingesparten Materialeinsatz über die gesamte Wertschöpfungskette zugrunde legt. Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.

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