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10.02.2021
erschienen in GIESSEREI Heft 3|2021

Spektrometer-Ringversuch 2021

Abgegossener Probensatz (Foto: BDG-Service).

> HA & BDG SERVICE:  Wie genau sind die Funkenspektrometer in deutschen Eisengießereien? Das wird in einem neuen Ringversuch der BDG-Service GmbH überprüft, an dem sich bisher bereits mehr als 50 Gießereien beteiligt haben. Hüttenes-Albertus (HA) stellt das Center of Competence (CoC) in Baddeckenstedt für den Spektrometerversuch zur Verfügung, um damit die deutschen Eisengießereien zu unterstützen.

Zur Förderung kontinuierlicher Verbesserungsprozesse in deutschen Eisengießereien im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001 und IATF 16949 hat die BDG-Service den Ringversuch wieder aufleben lassen. Während bei der BDG-Service Metallproben präzise per Kohlenstoff-Schwefel-Analysator, Röntgenfluoreszenzanalyse und ICP-OES analysiert werden, kommen in Gießereien überwiegend Funkenspektrometer zum Einsatz. Daher eignet sich der Ringversuch für die beteiligten Eisengießereien sehr gut, um eine jährliche Eignungsprüfung zur Ermittlung der Genauigkeit der jeweils eingesetzten Spektrometer sicherzustellen.

Für die beiden geplanten Gusseisen mit Lamellen- (GJL) und Kugelgrafit (GJS)-Standard-Gusswerkstoffe sind jeweils entsprechend viele, weiß erstarrte Spektrometerproben mit gleicher chemischer Zusammensetzung erforderlich. Diese Proben werden dann beim Ringversuch auf den unterschiedlichen Spektrometern in den Gießereien analysiert. Alle Daten werden anonymisiert. Eine abschließende Auswertung wird den beteiligten Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Eine Anmeldung für den BDG-Service-Ringversuch ist ab sofort bis Mitte März unter info(at)bdg-service.de möglich. Anschließend beginnt der Probenversand im März 2021.

Das CoC wurde mit der Herstellung der Spektrometerproben beauftragt, da dort das erforderliche Know-how und die Anlagentechnik zur Verfügung stehen. Für den Abguss der Formen hat HA ein Konzept entwickelt, das den Abguss aller Proben mit einer Schmelze gleicher metallurgischer Qualität sicherstellt. Dazu wurde eine Gießtraube konstruiert, die den gleichzeitigen Abguss von vier Kassetten mit je zehn Kokillen für Talerproben mit einem Gießsystem erlaubt. Die Formteile sind so gestaltet, dass diese ohne zu kleben miteinander verbunden werden können. Dazu wurden sie mit dem funktionsoptimierten und kennzeichnungsarmen RPT3-Furanbindersystem auf einer „ExOne S-Max+“ gedruckt und anschließend passgenau ineinandergesteckt und verstiftet.

Die beiden Gusswerkstoffe wurden in einem Hochfrequenz-Induktionstiegelofen mit einem Fassungsvermögen von ca. 180 kg erschmolzen. Die Mg-Behandlung der GJS-Schmelze erfolgte nach dem Übergießverfahren. Je Gusswerkstoff wurden zwei Gusstrauben mit insgesamt 80 Kokillen aus jeweils einer Pfanne gegossen. Die Einstellung der Zielanalysen und die Messung von jeweils 3 Proben aus jeder Gusstraube erfolgte unter Verwendung des im CoC zur Verfügung stehenden Spektrometers vom Typ „Spectrolab M12 Hybrid“. Mit diesem Gerät sind nach Unternehmensangaben 32 chemische Elemente in Gusseisenlegierungen mit höchster Genauigkeit, auch in kleinsten Konzentrationen, bestimmbar. Die Auswertung der Messergebnisse zeigt die Homogenität der Proben hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzungen, sodass die Proben eine solide Basis für den Ringversuch bilden.

www.bdg-service.de
www.ha-group.com