Aktuelles aus der Branche

1.12.2016
erschienen in GIESSEREI Heft 12|2016

Gießen 4.0 – die Weiterentwicklung der Branche

Werkführung durch die Leichtmetallgießerei im BMW-Werk Landshut. Foto: Carl Hanser Verlag

> LEICHTBAU IN GUSS 2016: Bereits zum 10. Mal traf sich die Gießereibranche am 26. und 27. Oktober 2016 in Landshut zur Branchenveranstaltung Leichtbau in Guss. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto „Gießen 4.0“ - die Weiterentwicklung der Branche in allen Belangen. Die Vorträge zu den Tagungsschwerpunkten Integralbauteile - gelebter Leichtbau, Planerische Leichtbauaspekte - Gießerei 4.0 und Innovative Prozess- und Werkzeugtechnik regten zu lebhaften Diskussionen an. So spielt z. B. in der Entwicklung von Gussbauteilen seit Jahren die Funktionsintegration eine entscheidende Rolle. Sie ermöglicht die Umsetzung des konstruktiven Leichtbaugedankens und steigert in der Folge die Wertschöpfungstiefe im Gießprozess. Die Substitution einer Schweißverbindung mehrerer Bauteile durch ein integrales Gussbauteil erfordert allerdings auch eine Beherrschung der Komplexität in allen Abschnitten des Produktions- und Planungsprozesses.

Dr. Konrad Weiß, Geschäftsführer der RWP GmbH, Roetgen, stellte seinen Vortrag unter den Titel „Leichtbau durch Funktionsintegration“ und beschäftigte sich mit der Ausnutzung des Werkstoffpotenzials am Beispiel eines leichtbaugetriebenen Achsensystems aus Aluminium für Nutzfahrzeuge. Dr. Andreas Dworog, Hengst SE & Co. KG, Münster, hob die Bedeutung einer hohen Funktionsintegration für den Leichtbau hervor und veranschaulichte dies an preisgekrönten, fluidführenden dynamisch beanspruchten Druckgussteilen. Rainer Kurtz, Kurtz Holding GmbH & Co. Beteiligungs KG, Kreuzwertheim, gab praxisnahe Einblicke in die Umsetzung des 4.0-Gedankens in der Handformgießerei am Standort Hasloch. Neben der Emissionsreduzierung ermöglicht die Anorganik, innovative Kokillengusskonzepte in Großserie umzusetzen. Thomas Heller, BMW Group Landshut, stellte dies am Beispiel eines Reihen-Sechszylinder-Kurbelgehäuses dar und unterstrich hierbei die Vorteile der anorganischen Sandkernfertigung. Weitere Beiträge von Continental Automotive, Zanardi Fonderie, Electronics, Audi, MAGMA, Kind & Co. Edelstahlwerk sowie vom Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen der TU München, der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten sowie der Universität Duisburg-Essen komplettierten das Vortragsprogramm. Die Pausen und das Abendevent nutzten die 90 Teilnehmer, die unter anderem aus Deutschland, Österreich, Ungarn und Italien kamen, für Fachgespräche sowie Networking. Highlight 2016 war die Besichtigung der Leichtmetallgießerei im BMW Group-Werk Landshut. In einer der weltweit modernsten Leichtmetallgießereien konnten die Teilnehmer tiefgehende Einblicke in die Bereiche Kernmacherei, Schwerkraftguss, Niederdruckguss, Druckguss sowie Rohteilbearbeitung gewinnen. Die nächste Leichtbau in Guss findet im Herbst 2017 statt.
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