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29.06.2018

50 Jahre angewandte Materialforschung

Prof. Dr. Bernd Mayer, Institutsleiter Fraunhofer IFAM, Dr. André Walter, Standortleiter Airbus Bremen, Bürgermeister Dr. Carsten Sieling, Fraunhofer-Vorstand Dipl.-Kfm. Andreas Meuer und Prof. Dr.-Ing. habil. Matthias Busse, Institutsleiter Fraunhofer IFAM (v. l. n. r.) (Foto: IFAM).

> FRAUNHOFER IFAM: Mit einem Senatsempfang beging das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM am 13. Juni 2018 das Jubiläum seines 50-jährigen Bestehens. Rund 400 Gäste folgten der Einladung des Bremer Bürgermeisters, Dr. Carsten Sieling, in das historische Rathaus und erlebten einen Nachmittag, der ganz im Zeichen des Fortschritts stand. „Als 1968 mit der Gründung der Arbeitsgruppe für angewandte Materialforschung AFAM, aus dem Institut für Werkstoffkunde der Technischen Universität Hannover, die Weichen für die erfolgreiche Entwicklung des heutigen Fraunhofer IFAM gestellt wurden, war unsere Welt eine andere“, begann Andreas Meuer, Vorstandsmitglied der Fraunhofer-Gesellschaft, seine Festrede.

„Waren die letzten 50 Jahre eher von kontinuierlichen Fortschritten geprägt, so scheint die Gegenwart und noch mehr die Zukunft von Sprunginnovationen gezeichnet zu werden. Auch der Wettbewerb um die technologische Führerschaft hat sich enorm intensiviert. Neue und mächtige Akteure weltweit, die vor 50 Jahren eine weniger bedeutende Rolle in der globalen Wirtschaft spielten, preschen voran.

Die Kombination von intelligenten Maschinen, moderner IuK-Technologien, Big Data und Cloud Computing führt zu einer disruptiven Veränderung in der industriellen Produktion. Dieses neue Technologieparadigma wird die Dynamik und die Regeln des globalen Wettbewerbs nachhaltig verändern“, ist sich Andreas Meuer sicher. „Die Fraunhofer-Gesellschaft als größte Organisation für angewandte Forschung in Europa muss hier vorangehen und die Chancen der Digitalisierung konsequent nutzen. Das Fraunhofer IFAM zählt, ergänzend zu seinen vielfältigen werkstoffwissenschaftlichen und verfahrenstechnischen Forschungsaktivitäten, die Schlüsseltechnologien Automatisierung und Digitalisierung zu seinem Kompetenzspektrum. Dieser vorausschauende Aufbau von digitalisierungsrelevanten Kompetenzen ist strategisch richtig und hält uns wettbewerbsfähig“, schließt Meuer seine Vorschau in die Zukunft ab.

Mit einer kleinen Gruppe von nur 25 Mitarbeitern gestartet, kann das Institut heute über 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Forschungsheimat geben. Die Entwicklungsthemen haben sich ständig weiterentwickelt, ohne aber ihre Wurzeln zu verlieren. Ausgehend von der reinen Werkstoffforschung wurden die Arbeitsgebiete im Laufe der Jahre systematisch um die Fertigungstechnik ergänzt. Etwa ab Beginn der achtziger Jahre beschäftigten sich die Wissenschaftler zunehmend mit Fragestellungen zum Kleben und zu geklebten Verbindungen, zur Oberflächenbehandlung und zur Beschichtung von Metallen und deren Qualitätssicherung. Es gab erste Klebtechnik-Lehrgänge zur Fertigung von Metall- und Holzklebungen. Mit der Erzeugung von metallischen Pulvern unter extremen Randbedingungen wurden zudem neue Ansätze verfolgt; die Basis für die moderne Pulvertechnologie war damit geschaffen.

Die Vergangenheit und die Gegenwart des Instituts zeigen: Kontinuität, aber auch Veränderung sind die Säulen, die den Fortschritt und das Wachstum des Fraunhofer IFAM ausmachen. Aufbauend auf den langjährig gewachsenen Kompetenzen wurden schrittweise neue Forschungsgebiete erschlossen. Daraus entstanden über 20 Abteilungen und zahlreiche Arbeitsgruppen, die sich mit gesellschaftsrelevanten Themen wie Automatisierung und Digitalisierung, Energie, maritime Technologien, Mobilität oder Medizintechnik beschäftigen. Die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe sowie programmierbare Materialien sind zwei weitere Forschungsfelder, die das Fraunhofer IFAM in den nächsten Jahren stark beschäftigen werden.

Systemrelevantes Denken und vernetztes Arbeiten sind insbesondere im Geschäftsfeld Elektromobilität gefordert, bei dem das Institut eine federführende Rolle innerhalb der Fraunhofer Gesellschaft innehat. Getrieben durch einen ganzheitlichen Forschungsansatz am Fraunhofer IFAM wird Bremen somit auch zu einem starken Standort für die Energie- und Mobilitätswende.

www.ifam.fraunhofer.de