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19.09.2018
erschienen in GIESSEREI Heft 10|2018

Rupert Stadler bleibt in Haft

Der Abgasskandal bei Audi ist weiterhin nicht ausgestanden: Audi-Chef Rupert Stadler bleibt in U-Haft (Karikatur: Koufogiorgos).

> AUDI: Der vor acht Wochen festgenommene Audi-Vorstandschef Rupert Stadler bleibt weiter in Untersuchungshaft. Das Landgericht München habe Stadlers Beschwerde gegen den Haftbefehl verworfen und es abgelehnt, den Haftbefehl außer Vollzug zu setzen. Das teilte eine Justizsprecherin am 17. September mit. Er sei weiterhin dringend verdächtig, den Verkauf von Autos mit manipulierten Dieselmotoren zugelassen zu haben, obwohl er von den Manipulationen gewusst oder bewusst die Augen davor verschlossen habe, hieß es.

Der Haftgrund der Verdunklungsgefahr bestehe fort, befand das Landgericht. Stadler war vor acht Wochen in Ingolstadt festgenommen worden, seither sitzt er in Augsburg in Untersuchungshaft. Mitte Juli hatte er Haftbeschwerde eingelegt. Ende Juni kam ein ehemaliger Audi-Manager gegen Zahlung von drei Millionen Euro Kaution nach neun Monaten aus der Untersuchungshaft frei. Er hatte zuvor mehrfach erfolglos Beschwerde gegen seine Inhaftierung eingelegt und war bis vor das Bundesverfassungsgericht gezogen.

Die Aufsichtsräte von Volkswagen und Audi hatten Stadler Mitte Juni von seinen Aufgaben als Audi-Chef und VW-Vorstand entbunden, bis der Sachverhalt geklärt sei, der zu seiner Verhaftung geführt habe. Seither leitet Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot Audi als kommissarischer Vorstandschef. Stadler soll nach Aufdeckung der Abgasbetrügereien 2015 in den USA weiter Autos in Europa mit illegaler Software verkauft haben. Zudem soll er bei einem abgehörten Telefonat erwogen haben, einen Zeugen zu beeinflussen.

Wenn Stadler nicht überraschend doch noch aus der Haft entlassen wird, ist davon auszugehen, dass der VW-Aufsichtsrat auf seiner nächsten regulären Sitzung am 28. September 2018 die endgültige Trennung von Stadler beschließt. Sollte es hier zu einer Vertragsauflösung kommen, könnte Stadler eventuell Schadensersatzansprüche geltend machen. Es ist also davon auszugehen, dass er bei dem juristischen Gerangel um seinen Abgang nicht leer ausgeht.

Quellen: manager-magazin, Handelsblatt