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11.06.2019

Entwicklungsfortschritt im Handformgießen

Gefüge im dickwandigen Gussteil, modifizierter EN-GJS-400-18LT (Foto: Walzengießerei Coswig GmbH).

> WALZENGIESSEREI COSWIG: Durch gezielte Abkühlungsbedingungen und eine verbesserte Metallurgie ist es der Walzengießerei Coswig gelungen sowohl die Zugfestigkeit als auch die Streckgrenze des verwendeten Werkstoffes EN-GJS-400-18LT zu erhöhen und so auf eine kostenintensive Wärmebehandlung zu verzichten.

Perspektiven für die Zukunft zu erkennen und diese zu nutzen, ist eine Motivation, die sich seit 125 Jahren Firmengeschichte in der Walzengießerei Coswig GmbH beobachten lässt. Mit einer Belegschaft von 240 Mitarbeitern und einer möglichen Jahresproduktion von 40 000 t hat das Unternehmen sowohl als zuverlässiger Lieferant von hochwertigen Profil- und Stauchwalzen als auch für hochwertigen Handformguss einen sehr guten Ruf.

Die Kombination der beiden Hauptproduktbereiche ist aus technologischer Sicht einer der Gründe, dass sich eine ausgeprägte interne Fertigungstiefe bis hin zum einbaufertigen Bauteil profiliert hat. Vor allem im Handformgussbereich bietet das umfangreiche Leistungsangebot einen enormen Wettbewerbsvorteil. Höchste Werkstoffgüten (Bsp. EN-GJS-800-2 oder EN-GJN-HB555) von komplexen und dickwandigen Gusstücken lassen sich mit Hilfe der internen Wärmebehandlung ermöglichen. Darüber hinaus stehen auch wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund, weshalb stets Bestrebungen bestehen, anspruchsvolle Werkstoffe ohne Wärmebehandlung im dickwandigen Guss herzustellen.

Als aktuelles Beispiel lassen sich Entwicklungen im Bereich der Niedrigtemperatur-Gusswerkstoffe nennen. In intensiver Zusammenarbeit mit dem Kunden konnte eine maßgeschneiderte Lösung gefunden werden, welche die Anforderungen der Normung weit übersteigt. Durch gezielte Abkühlungsbedingungen und eine verbesserte Metallurgie wurden sowohl Zugfestigkeit als auch Streckgrenze des verwendeten Werkstoffes EN-GJS-400-18LT erhöht. So konnte eine Zugfestigkeit von > 395 N/mm² (nach DIN 360 N/mm²) und eine Streckgrenze von > 260 N/mm² (nach DIN 220 N/mm²) über die gesamte Wanddicke des Bauteils von 320 mm erreicht werden.Zusätzlich ergaben Messungen im hochbeanspruchten Bereich des Bauteils, dass die erforderlichen Werte für Kerbschlag von 10 J und die Dehnung von 12 % ebenfalls erfüllt wurden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die allgemeine Normung DIN 1563 für Gusseisen mit Kugelgrafit lediglich Kennwerte für Wandstärken bis 200 mm vorschreibt.

www.walze-coswig.de