Aktuelles aus der Branche

8.07.2019

Nach Wachstum in 2018 Rückgänge erwartet

Gießereimaschinenhersteller müssen in diesem Jahr mit Rückgängen rechnen. Die positiven Effekte der GIFA dürften erst zum Jahreswechsel 2019/2020 greifen (Foto: Messe Düsseldorf).

>GIESSEREIMASCHINEN: Der Umsatz der deutschen Gießereitechnik-Hersteller übertraf im vergangenen Jahr mit plus 17 Prozent nominal die Erwartungen und erreichte damit laut VDMA-Fachverband Metallurgie einen vorläufigen Höchststand. Die Inlandsproduktion hielt jedoch nicht Schritt und verringerte sich um 14 Prozent auf einen Volumenwert von 927 Mio. Euro. Gegenüber dem hohen Auftragseingangsniveau des Jahres 2017, gaben die Order-Eingänge 2018 mit minus 2 Prozent leicht nach.

Gegenüber dem hohen Auftragseingangsniveau des Jahres 2017, gaben die Order-Eingänge 2018 mit minus 2 Prozent leicht nach. Im ersten Quartal 2019 allerdings zeigt sich eine klare Trendwende. Im Vergleich mit dem Aufschwungstrend im Vorjahreszeitraum halbierten sich die Neuaufträge fast. Aufträge aus dem Nicht-Euro-Ausland lagen bis zum Jahreswechsel im Aufwärtstrend und schlossen 2018 20 Prozent über Vorjahr ab. Nach dem Jahreswechsel kehrte sich auch hier der Trend um, wie zuvor bereits bei den Aufträgen aus den Euro-Ländern.

Nach Schätzungen des Fachverbandes Metallurgie wuchs der Welthandel der Branche 2018 um knapp 5 Prozent auf ein Niveau knapp oberhalb von 2,3 Mrd. Euro. Auch die Exporte der 5 größten Gießereitechnik-Lieferländer – China, Deutschland, Italien, Japan und die Republik Korea – lagen im vergangenen Jahr im Durchschnitt über dem Wert von 2017 (plus 8 Prozent), wobei neben den deutschen Ausfuhren auch die Lieferungen aus China (plus 5 Prozent) und Italien gewachsen sind (plus 15 Prozent).

Die deutschen Gießereimaschinen-Hersteller führten im Gesamtjahr 2018 11 Prozent mehr als im Vorjahr aus (175 Mio. Euro). Stark gestiegen sind die Exporte nach China (plus 35 Prozent), dem größten Abnehmer von Gießereitechnik aus Deutschland, sowie nach Mexiko (plus 40 Prozent) und in die Türkei (plus 76 Prozent). Den zweiten Rückgang in Folge verzeichneten Ausfuhren in die USA (minus 18 Prozent). Lieferungen in die EU28-Länder legten um knapp 6 Prozent zu, bei einem Anteil von 44 Prozent am Branchen-Gesamtexport. Hier gab es neben den gestiegenen Lieferungen nach Schweden (plus 48 Prozent) auch ein deutliches Wachstum bei den Exporten auf die Iberische Halbinsel, die sich insgesamt gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt haben.

Wie in vielen EU-Ländern hat sich das Geschäftsklima in großen Teilen der Welt in wichtigen Abnehmerbranchen von Gussprodukten, so im Maschinenbau und in der Automobilproduktion, weiter eingetrübt. Zudem konnten bislang weder die Brexit-Modalitäten geklärt, noch die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA beigelegt werden. Ein Blick auf die Einkaufsmanager-Indizes zeigt jedoch ein heterogenes Bild. Während in der EU Pessimismus überwiegt, liegen – neben den USA – die BRIC-Länder, insbesondere Brasilien, Russland und Indien, nach wie vor über dem Wachstumsschwellwert von 50 Indexpunkten. Der Fachverband erwartet, basierend auf dem sehr hohen Vorjahreswert, für die Gießereimaschinen-Umsatzentwicklung 2019 ein rückläufiges Ergebnis im höheren einstelligen Bereich. Auch eine rege Ordertätigkeit im Nachgang zur diesjährigen GIFA, der Weltleitmesse der Branche, dürfte diesem Trend frühestens zum Jahreswechsel entgegenwirken.

„Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage machen deutlich, dass die Bandbreite an Herausforderungen für die deutschen Gießereimaschinenhersteller nicht geringer geworden ist. Neben der Vielzahl neuer Handelsschranken und dem damit einhergehenden Konjunkturrückgang stellen sich insbesondere Fragen zur weiteren Entwicklung der Antriebstechnologie und der E-Mobilität. Auch Automatisierung und Digitalisierung stehen nach wie vor im Fokus. Im Blickfeld sind außerdem Fragestellungen rund um Finanzierung und Forschungsförderung“, erläutert Dr. Timo Würz, Geschäftsführer des Fachverbandes Metallurgie.

https://metallurgy.vdma.org