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23.03.2020

Gießereien rechnet mit Rezession

Die Umfrage zur Coronakrise fand bereits vom 10.-13. März statt. Seither hat sich die Situation in den Gießereien aller Voraussicht nach noch deutlich verschärft (Foto: BDG).

> BDG-UMFRAGE ZU CORONA: Im Zeitraum vom 10. bis 13. März hat der Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG) eine Mitglieder-Umfrage durchgeführt. Demnach sind Deutschlands Gießereien durch das Coronavirus bereits erheblich im Betriebsablauf eingeschränkt und erwarten eine Rezession. Angesichts von Reisestopp, Abstandsregeln sowie Lieferengpässen dürfte sich die Lage in den Gießereien in den vergangenen zehn Tagen noch deutlich verschlechtert haben.

Die Befragung differenzierte nach aktueller Situation im Betrieb und Ausblick. Für die  Situation in der Kalenderwoche 11 berichteten die Unternehmen über Zulieferengpässe für Arbeitssicherheitsausstattung und Desinfektionsmittel. Insbesondere wird ein Mangel bei Isopropanol beklagt. Dies kann kurzfristig dazu führen, dass Gießereien mangels verfügbaren Industriealkohols, der derzeit für die Desinfektion gebraucht wird, ihre Produktion einstellen müssen.

Insgesamt spürten 59 Prozent der befragten Unternehmen bereits Auswirkungen der Coronakrise, nur 19 Prozent tun das nicht. Bezogen auf die Zukunft liegt die Befürchtung, Mitarbeiter könnten ausfallen (70 Prozent) vor „Absatzschwierigkeiten“ und „Zulieferengpässen“ (jeweils 57 Prozent) sowie „Beschränkungen bei Geschäftsreisen“ (56 Prozent). Bei den Engpässen wird beispielsweise konkret die „Zulieferung von Rohstoffen, Vorprodukten und Hilfsstoffen aus Italien“ genannt. Eine Reihe von Befürchtungen gibt es zum Stichwort Logistik und Lieferketten. Infolge von Unterbrechungen werden hier konkret benannt „Produktionsrückgang und -ausfall“, „Kurzarbeit“ und „Kündigungen“. Fast 40 Prozent der befragten Unternehmen hatten bereits Kurzarbeit eingeführt oder planen dies für die unmittelbare Zukunft.

Die Maßnahmen der von der Bundesregierung beschlossenen Kurzarbeiterregelung halten 47 Prozent für ausreichend, aber auch 31 Prozent für nicht ausreichend. Gefordert wird eine konkrete Liquiditätsunterstützung, etwa durch Kredite, sowie die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate. „Die Situation in den Betrieben ist zum Teil existenzbedrohend. Auch die finanziellen Hilfen müssen so ausgestaltet sein, dass die Rückzahlung eventueller Kredite die Unternehmen nicht überfordern, von weiteren Belastungen ganz abgesehen“, sagt BDG-Hauptgeschäftsführer Max Schumacher.

Hat das Coronavirus das Potenzial, eine Rezession auszulösen? Knapp zwei Drittel der befragten Mitgliedsunternehmen bejahten die Frage, ob das Coronavirus ein Rezessions-auslösendes Potenzial hat. In dieser Frage herrscht Einigkeit unter den befragten deutschen Gießereien: Kein Unternehmen verneinte die Frage. Zu beachten ist bei den Ergebnissen insgesamt, dass die Umfrage in der KW 11 – der letzten Woche vor der Verkündung drastischerer Maßnahmen im Kampf gegen die Verbreitung des Virus – erfolgte. Bei einigen Fragen wäre nach Einschätzung des BDG bei einer Befragung zum aktuellen Zeitpunkt mit noch deutlich klareren Antworten und Ergebnissen zu rechnen.

 

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