Aktuelles aus der Branche

22.06.2020

Rückgang um ein Fünftel erwartet

Dieser Industrieroboter in einer deutschen Druckgießerei ist u. a. laugen- und säurebeständig. Aktuell bremst die Pandemie den Roboterabsatz - die Prognosen für die Zeit danach sind aber vielversprechend (Foto: KUKA).

> ROBOTIK UND AUTOMATION: Von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise kann sich die Robotik und Automation aus Deutschland nicht abkoppeln: Der entsprechende Fachverband im VDMA (VDMA R+A) rechnet derzeit für 2020 mit einem Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent. Die fundamentalen Wachstumsperspektiven der Branche sind für die Zeit nach COVID-19 dagegen positiv.

Ursprünglich war für 2020 ein Rückgang von minus 10 Prozent prognostiziert worden. „Die gegenwärtigen Unwägbarkeiten lassen keine genaue Prognose für das laufende Jahr zu“, sagt Wilfried Eberhardt, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation. „Besser als zunächst angenommen verlief allerdings der Branchenumsatz vor dem Pandemieausbruch, wie die Jahresstatistiken für das Jahr 2019 zeigen. Die Robotik und Automation aus Deutschland verzeichnete den bisher zweithöchsten Umsatz von 14,7 Milliarden Euro mit einem leichten Rückgang zum Vorjahr von 2 Prozent. Ursprünglich war ein Minus von 5 Prozent prognostiziert.“

Die Teilbranchen der Robotik und Automation entwickelten sich 2019 unterschiedlich: Integrated Assembly Solutions verzeichnete einen Umsatzrückgang von 4 Prozent auf 8 Milliarden Euro. Der Umsatz der Robotik verringerte sich nur geringfügig um 2 Prozent auf 4 Milliarden Euro. Die Industrielle Bildverarbeitung hingegen konnte leicht zulegen: Der Branchenumsatz stieg um 1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Die Corona-Pandemie wird sich als veritabler Digitalisierungsbeschleuniger erweisen. Wie im Büroumfeld, so müssen auch in der Produktion rasch neue Technologien eingeführt werden - zum Beispiel zur Fernwartung und virtuellen Inbetriebnahme von komplexen Anlagen. „Digitale Dienstleistungen, die schon vor der Corona-Krise zur Verfügung standen, waren schlagartig unverzichtbar und brachten Anwender und Anbieter in eine steile Lernkurve. Das bringt die Smart Factory voran und verleiht der Robotik und Automation auch langfristig wichtige Wachstumsimpulse“, sagt Wilfried Eberhardt.

Die Corona-Krise hat verdeutlicht, wie verwundbar industrielle Produktion in globalen Wertschöpfungsketten geworden ist. Die Erkenntnis, dass mehr Resilienz gefordert ist, eröffnet der Robotik und Automation neues Potenzial. Lieferketten werden überdacht und die Herstellung kritischer Teile und Produkte lokaler – und mit höherer Fertigungstiefe - realisiert. Wirtschaftlich ist dies nur mit einem gesteigerten Automatisierungsgrad umzusetzen. Auch für Nachhaltigkeit, Klimaneutralität und neue Antriebskonzepte in der Mobilität wird neue Produktionstechnik benötigt. Hinzu kommen beträchtliche Nachholeffekte aus zuvor verschobenen Investitionen. All dies wird die Nachfrage von Robotik und Automation aus Sicht von VDMA R+A in der Zeit nach Corona befeuern und bietet damit der Branche eine sehr gute Zukunftsperspektive.

Am Leitevent im Dezember, der automatica, hält die Branche fest. Vom 8. bis 11. Dezember 2020 soll die Messe in München stattfinden. „Nach dem Beschluss des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, die Durchführung von Messen ab dem 1. September 2020 wieder zu erlauben, schaut die Branche mit Optimismus auf die automatica. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir erwarten einen deutlichen Wachstumsimpuls von unserer Leitmesse“, sagt Wilfried Eberhardt.

https://rua.vdma.org/