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23.01.2020

Magnesium: Mini-Kolben holt 1. Preis

Dieser Kolben von Stihl für eine Motorsäge machte das Rennen um den Magnesiumdruckgusspreis. U. a. steigert er die Motorleistung um 10 % (Foto: Martin Vogt).

> DRUCKGUSS-WETTBEWERB: Auch im Magnesiumdruckgießverfahren hergestellte Bauteile sind auf der EUROGUSS prämiert worden. Die Preisträger entwickelten raffinierte Kolben, E-Mobilitäts-Bauteile oder filigrane Armaturenkomponenten. Den Sonderpreis erhielten die Entwickler und Anwender eines neuartigen, umweltfreundlichen Sandsystems für die Herstellung von Druckguss-Prototypen.

1. Preis: Andreas Stihl AG & Co KG: Kolben für Profi-Motorsäge mit Zweitaktmotor
Seit den 1940er-Jahren wurde erstmals wieder ein Kolben aus Magnesium hergestellt
Bauteilgewicht: 0,06 kg
Legierung: MRI

  • Steigerung der Motorleistung >10%
  • Gewichtserhöhung <%
  • spezielle MRI-Legierung: neue Pumpentechnologie, Verfahrensentwicklung
  • hohe Qualitätsanforderungen in Bezug auf Poren, Lunker sowie Verschleiß- und Festigkeitseigenschafte

2. Preis: Stolfig Leichtbau Kompetenzzentrum GmbH: „High-Voltage“ Wechselrichter-Gehäuse (E-Mobility)
Bauteilgewicht: 0,2 kg
Legierung: AZ91

  • erstes Gehäuse für die Hochleistungselektronik
  • sehr gute elektromagnetische Abschirmung
  • enorme Anforderung durch IP67 (druck- / wasserdicht)
  • sehr geringe Toleranzen
  • magnesiumgerechte Konstruktion inkl. Simulation und Optimierung des Formsprühprozesses: poren- / undichtigkeitsbedingter Ausschuss < 5%

3. Preis: GF Casting Solutions: Cockpit-Querträger mit Sichtflächen
LR Defender 2020
Bauteilgewicht: 1,0kg + 1,1kg
Legierung: AM60

  • Konsolenteile mit sichtbarer A-Fläche im Armaturenbrett
  • Druckgusswerkzeug /sehr empfindlichem Schneidwerkzeug
  • pulverbeschichtet mit kleinen Toleranzen

3. Platz: DGH Heidenau GmbH & Co. KG: Zylinderkopfhaube (BMW R1250)
Bauteilgewicht: 0,555 kg
Legierung: AZ91

  • Magnesiumgerechte Simulation und Konstruktion, bauteilgerechte Temperierung zur Sicherung einer hohen Oberflächengüte
  • Quali- und Quantifizierung von Trennmittelanhäufung durch optimiertes Beizverfahren
  • Verbesserung des Formsprühprozesses sowie Einsatz Minimalmengenschmierung (Wollin-Sprühtechnik)

Sonderpreis: Metallgießerei Stauß (gemeinsam mit Bindur GmbH): Neuentwickeltes, umweltfreundliches Sandsystem
zur Herstellung von Prototypen für den Druckguss

  • gesundheitlich unbedenklich
  • aus nachwachsenden Rohstoffen
  • geringere Emissionen verglichen mit Phenolharz-Bindern
  • signifikante Umweltvorteile (kein Ammoniak, keine Aromaten 55% weniger Benzol, 98% weniger Kohlenmonoxid ) 
  • Abfallsand ist voll regenerierbar, Deponiekosten entfallen
  • Prototypen haben druckgussnähere Eigenschaften
  • Gussteile haben deutlich glattere Oberflächen (keine Ziehspuren wie bei Furanharzformen)
  • Putzarbeiten entfallen