Aktuelles aus der Branche

5.11.2020
erschienen in GIESSEREI Heft 12|2020

Mehr Präzision mit führerlosem Transport

Ein neues Logistiksystem hält die Warentransportvorgänge im Kemper-Walzwerk auf Kurs (Foto: Kemper).

> KEMPER: Führerlose Transportsysteme sind jetzt auch bei Kemper in Olpe im Einsatz. Das südwestfälische Unternehmen, welches in den drei Geschäftsbereichen Guss-, Gebäude- und Walztechnik aktiv ist, baut damit im neuen Walzwerk künftig auf millimetergenauen automatisierten Transport statt auf die bislang allgegenwärtigen Stapler. 

Wer heute durch die Hallen im neuen Kemper-Werk 3 geht, wird unter Umständen die betriebsame Hektik von umherfahrenden Staplern vermissen. Stattdessen erlebt man, dass tonnenschwere Metallringe wie von Geisterhand gesteuert über die Flure gleiten. Getragen werden die Ringe von führerlosen Transportwagen, die mit viel Bedacht ihre Ladung selbsttätig von einem Lagerplatz abholen und an den geforderten Zielort abliefern – und zwar millimetergenau.

Das Transportsystem ist Teil eines hochmodernen Logistiksystems, das nahezu sämtliche Warentransportvorgänge umfasst. Die Einlagerung, die Lagerverwaltung und die Auslagerung der Ware im neuen Werk werden durch das System gesteuert. Gestartet wird mit der Übernahme der gefertigten Ringe, die per „Coil-Brücke“ aus dem Werk 2 über die Harkortstraße in das neue Werk 3 einschweben.

„Je nachdem, wie der Materialfluss es vorsieht, werden die Coils dann zur nächsten Fertigungsstufe transportiert. Dazu zählen die Verzinnung, das Schneiden und Richten sowie das Verpacken“, meint Werkleiter Hubertus Bieker. „Demnächst können auch das Spulen und die Verarbeitung zum Polycoil durch das System gesteuert werden.“ Zukünftig ist vorgesehen, dass sämtliche Packstücke nach Fertigstellung im Hochregallager mit seinen 1377 Stellplätzen  eingelagert werden. Von da aus werden die Coils punktgenau zur Verladung per Container oder Lkw bereitgestellt.

www.kemper-olpe.de