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29.04.2020

Eisenguss-Gruppe auf Sanierungskurs

Fondium wird von den Geschäftsführern Matthias Blumentrath, Achim Schneider (Sprecher) und Arnd Potthoff geleitet (v. l. n. r.; Fotos: Fondium).

> FONDIUM: Die Geschäftsführung der Eisenguss-Gruppe Fondium mit Gießereien in Mettmann und Singen hat sich gemeinsam mit den Betriebsräten und der IG Metall Singen auf einen Sanierungsplan zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit verständigt.

Auf der Grundlage des von der Geschäftsführung entwickelten Zukunftskonzepts für Fondium wurden zahlreiche strategische und organisatorische Maßnahmen umgesetzt. Um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern, wird in der Unternehmensgruppe ein noch konsequenteres und strikteres Kostenmanagement etabliert. Zudem werden weitere Restrukturierungsmaßnahmen erarbeitet, damit sich Fondium noch besser im hart umkämpften Markt behaupten kann. „Wir freuen uns sehr, dass sich wesentliche Beteiligte zu erheblichen Sanierungsbeiträgen bereiterklärt haben. Besonders hervorheben möchten wir hier die Beschäftigten unseres Standorts Singen, die IG Metall Singen sowie die Georg Fischer AG“, so Achim Schneider, Sprecher der Geschäftsführung der Fondium-Gruppe.

Als „grüne Gießerei“ produziert Fondium gewichtsoptimierte Bauteile. Um dabei gleichzeitig die CO2-Emissionen zu minimieren, werden bei der Herstellung nahezu 100 Prozent Recycling-Materialien eingesetzt. „Damit leistet Fondium einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Produktionsstruktur in Deutschland und Europa. Fondium ist gut positioniert nach der Corona-Krise eine führende Rolle in den regionalisierten Lieferketten unserer Kunden darzustellen“, erklärt Schneider. Infolge der durch die Corona-Pandemie beeinträchtigten globalen Lieferketten steht das Unternehmen für eine Regionalisierung der Lieferantenstrukturen in der Automobilindustrie bereit. „Unsere Mehrwerte sind die Entwicklungskompetenz sowie die Regionalität. So muss der Guss künftig nicht mehr um den halben Globus transportiert werden“, blickt Schneider voraus. Der Eisenguss sei angesichts seines hohen Recyclinganteils das CO2-optimalste Verfahren. Fondium befolge Umweltstandards und produziere nachhaltig, ergänzt er.

Die Unternehmensgruppe wird ihre führende Stellung bei Innovationen weiter ausbauen und neue Marktsegmente entwickeln. Zukünftige Investitionsschwerpunkte werden daher Digitalisierung und Automatisierung sein. „Wir freuen uns darüber, dass nicht nur mit vereinten Kräften eine tragfähige Lösung gefunden wurde, sondern dass das Unternehmen und seine Arbeitsplätze gleichzeitig wieder eine gute Perspektive haben. Wir sind davon überzeugt, dass Fondium mit dem eingeschlagenen Kurs gut aufgestellt ist und damit wieder einer erfolgreichen Zukunft entgegensieht“, so Schneider.

Die Fondium-Gruppe ist einer der führenden Hersteller anspruchsvoller und innovativer Sphäroguss-Komponenten in der Automobilindustrie. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 2000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Kalenderjahr 2019 einen Umsatz von rund 500 Millionen Euro. Die Gießereien der Gruppe gehörten bis Dezember 2018 zu GF Casting Solutions (GFCS). Im Zuge einer strategischen Entscheidung zur Konzentration auf Aluminium- und Magnesiumkomponenten bei GFCS wurde die Gruppe eigenständig.

https://fondium.eu