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24.06.2020

Fortführungsvereinbarung geschlossen

Druckgießzelle bei der Schweizer Group Global. Das Unternehmen stemmt sich gegen die negativen Auswirkungen von Corona- und Automobilabsatzkrise. An vier Standorten sind rund 600 Mitarbeiter beschäftigt (Foto: Schweizer Group).

> SCHWEIZER GROUP GLOBAL: Im Zuge des Insolvenzverfahrens der Schweizer Group Global GmbH mit Standorten in Hattenhofen, Murrhardt, Plauen und Roding ist eine Fortführungsvereinbarung mit den wichtigsten Kunden des Unternehmens geschlossen worden. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für die mittelfristige Fortführungsplanung sowie die Intensivierung des laufenden Prozesses, einen oder mehrere Investoren zu finden, die den Automobilzulieferer übernehmen und dauerhaft fortführen.

„Trotz der schwierigen Ausgangslage freuen wir uns, dass wir es gemeinsam geschafft haben, Investoren zu finden, die starkes Interesse an der Schweizer Group Global zeigen“, sagt Insolvenzverwalter Winkler. Dass nahezu täglich Gespräche mit den Interessenten sowie den Kunden stattfinden, um zu erörtern, welche Investorenlösung umsetzbar und somit am Ende zielführend ist, wertet der Stuttgarter Sanierungsexperte als positives Signal.

Neben der Bekanntheit des Unternehmens und den belastbaren Kundenbeziehungen spricht Winkler zufolge auch der unermüdliche Einsatz der rund 600 Beschäftigten an den vier Standorten für das Unternehmen. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten in diesen schwierigen Zeiten Großes“, betont Winkler. Unabhängig von den derzeit geringeren Abrufen gäbe es keine größeren Reklamationsthemen und keine Qualitätsprobleme, was den guten Ruf der Schweizer Group Global bei ihren Kunden zusätzliche stärke. Die Situation ist aufgrund der Corona-Krise allerdings weiterhin nicht einfach.

„Die Schweizer Group Global wurde durch die Viruspandemie wirtschaftlich schwer getroffen. Mit dem Shutdown sind bis auf wenige Ausnahmen alle eingeplanten Produktionsaufträge unserer Hauptkunden größtenteils weggebrochen. Auch in den kommenden Wochen müssen wir weiterhin mit Liefer- und Absatzschwierigkeiten rechnen“, erklärt Winkler, der durch den Einsatz von Kurzarbeit und weiteren Einsparungen die massiven Umsatzeinbrüche teilweise kompensieren konnte.

Wenn auch mit Einschränkungen, läuft der Geschäftsbetrieb derweil an allen Standorten weiter. Trotz der bestehenden Kurzarbeit in allen Werken, treibt die Schweizer Group Global Neuprojekte bei Großkunden voran. Ziel ist es, die Produktion in allen Werken ab August 2020 wieder vollständig hochzufahren.

Hintergrund: Die Schweizer Group Global GmbH hatte Ende Januar 2020 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Am 1. April 2020 hatte das Amtsgericht Göppingen als zuständiges Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren über die Schweizer Group Global GmbH aus Hattenhofen eröffnet und Marcus Winkler zum Insolvenzverwalter bestellt. Die Schweizer Group Global GmbH ist Hersteller von Aluminiumdruckgusskomponenten. Die Teile werden hauptsächlich im Bereich Motor und Antriebsstrang eingesetzt. Hauptkunden sind Automobilhersteller aus Deutschland. Der Automobilzulieferer beschäftigt rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den vier Standorten Hattenhofen, Murrhardt, Plauen und Roding.

Das Unternehmen ist aus der Schweizer Group GmbH & Co. KG hervorgegangen, die im Februar 2019 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt hatte und im Oktober 2019 an einen US-amerikanischen Investor im Zuge einer übertragenden Sanierung verkauft wurde. Die Wurzeln des Unternehmens reichen zurück bis ins Jahr 1867, als Louis Schweizer in Backnang seine erste Fabrik gründete.

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