Aktuelles aus der Branche

30.04.2021
erschienen in GIESSEREI Heft 5|2021

Auftragseingänge steigen – Kurzarbeit sinkt

Die Lage in der Branche verbessert sich. Kurzarbeit fahren jetzt weniger Unternehmen als bisher – aber die Situation bleibt angespannt (Foto: Adobestock).

> 9. BDG-CORONA-UMFRAGE: Die inzwischen neunte BDG-Umfrage zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die deutsche Gießerei-Industrie gibt inmitten dieser Zeit widersprüchlicher Signale einen umfassenden und tiefen Einblick in die Branche.

Deutschland und weite Teile Europas befinden sich in der dritten Welle der Pandemie. Während die Impfkampagne nach wie vor nur schleppend vorangeht, bestimmt der Zickzack-Kurs der Politik die öffentlichen Debatten. Ob Ruhetage, Impfstopp oder Testpflicht – nicht selten sorgen die gut gemeinten aber mitunter blassen Konzepte für Planungsunsicherheit in der Wirtschaft. Insbesondere die mittelständische Industrie stellt sich inmitten dieser diffus anmutenden Zeit dennoch als die stützende Kraft heraus.

Erfreulich ist demnach insbesondere, dass sich zuletzt die Auftragslage, welche über Monate hinweg der Casus Knacktus gewesen ist, deutlich entspannt hat. Zum einen melden Gießereien vermehrt zunehmende Auftragseingänge, zum anderen verbessert sich auch die Intensität, mit der die Auftragseingänge steigen. Dies führt zu einer höheren Auslastung in den Betrieben. Kurzarbeit melden derweil noch 57 % der Gießereien. Dies ist der niedrigste Wert seit einem Jahr.

Besonders erfreulich ist auch, dass der Anteil der Unternehmen, welche Personalabbau planen, weiter sinkt und auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung ist. Gleichwohl dürfen diese Positivmeldungen nicht über die Fragilität der Situation hinwegtäuschen. So bereiten angebotsseitige Probleme der Mehrheit der deutschen Gießer Sorge. Dass die Nervosität in der eng verzahnten Industrie diesbezüglich im Allgemeinen groß ist, zeigte sich zuletzt nicht nur durch steigende Rohstoffpreise und hohe Kosten bei der Logistik.

Ob die Havarie eines Containerschiffs oder der Mangel an elektrischen Bauteilen – derartige Folgen bekommen die Gießer zusätzlich auf Umwegen zu spüren. So sieht sich rund ein Drittel der Gießereien im eigenen Betrieb von den Versorgungsengpässen der Kunden hinsichtlich anderer Vorprodukte beeinträchtigt. Die steigenden Auftragseingänge der Branche sind zweifelsohne wichtig für die kommenden Wochen. Prognoseanpassungen der wichtigsten Kundenbranchen nach unten sind aufgrund der Lage derweil nicht auszuschließen. Die zuletzt sinkenden Ifo-Geschäftsklimaerwartungen der deutschen Gießereien für die nächsten 6 Monate machen in Verbindung mit der Umfrage eins deutlich: die Erholung hat eingesetzt, ist jedoch weiterhin sehr fragil.

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