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26.08.2021
erschienen in GIESSEREI Heft 9|2021

Gießerei-Industrie ehrt Stahlgussexperten

Dipl.-Ing. Reinhold Hanus mit VDG-Vizepräsident und -Hauptgeschäftsführer Dr.-Ing. Erwin Flender (v.l.n.r.) bei der Überreichung des Preises am 10. August in Linz (Foto: Privat).

>INNOVATIONSPREIS: Reinhold Hanus von voestalpine Linz hat den Innovationspreis der deutschen Gießerei-Industrie – Peter R. Sahm erhalten. Hanus hat u. a. einen besonderen Beitrag bei der Entwicklung von Stahlgusswerkstoffen und deren nachhaltiger Anwendung für die Energieerzeugung geleistet. Der Preis wird an Unternehmen, Personen oder Institute verliehen, die sich mit nachhaltigen aktuellen Innovationen um die Gießerei-Industrie verdient gemacht haben.

Der Kandidat steht schon lange fest. Ursprünglicher Termin für die Verleihung des Innovationspreises an Reinhold Hanus war der Gießereitag 2020, der – ebenso wie die diesjährige Branchentagung – pandemiebedingt abgesagt werden musste. Nun ist dem Werkstoffexperten die Auszeichnung am 10. August 2021 von VDG-Vizepräsident und -Hauptgeschäftsführer Dr.-Ing. Erwin Flender überreicht worden.

Dipl.-Ing. Reinhold Hanus hat an der Montanuniversität Leoben Montanmaschinenwesen und Hüttenmaschinen studiert. Er ist seit Jahren European Welding Engineer, besitzt zahlreiche Zertifikate im Zusammenhang mit der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung und den Six Sigma Black Belt. Der Preisträger steuerte viele Jahre Qualität, Werkstoffprüfung sowie Forschung und Entwicklung in der voestalpine Gießerei Linz – mehrere Jahre erfüllte er diese Aufgabe auch für alle Konzerngießereien der voestalpine. Heute ist er als Senior Expert für die technologische Betreuung und Unterstützung, insbesondere der Führungsnachwuchskräfte zuständig. Hanus hat mehr als 60 Publikationen veröffentlicht, zahlreiche Vorträge auf nationalen und internationalen Konferenzen gehalten und mehrere bedeutende internationale Fachkonferenzen organisiert.

Fachlich spielte er eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung von Stahlgusswerkstoffen für den Dauereinsatz oberhalb 600 °C, die zu einer signifikanten Steigerung des Wirkungsgrades von Kraftwerken und damit auch zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes geführt haben. Die Anwendungsgrenze für Stahlformguss betrug früher 450 °C für den Dauereinsatz.

Vorgänger von Reinhold Hanus sind der Druckgießanlagenbauer Oskar Frech (2019), der ehemalige Trimet F&E-Leiter Dr.-Ing. Hubert Koch (2018), die Sand- und Kokillengießerei Ohm & Häner (2017) sowie die Gießereien der Georg Fischer-Gruppe (2016).

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