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28.04.2021

Eisengießerei will Kapazität erhöhen

Ein Gießer kontrolliert bei Meier Guss auf der Ofenbühne am Schlackensiphon den Schlackenlauf (Foto: Meier Guss).

> MEIER GUSS: Die Eisengießerei Meier Guss im nordrhein-westfälischen Rahden möchte ihre Kapazität von 68 000 auf 100 000 Tonnen Guss erhöhen. Ein entsprechender Antrag liegt vor. Es geht um eine Erhöhung der Schmelzleistung und die Einführung eines Drei-Schicht-Betriebs, um die „umfangreiche Auftragslage“ zu meistern.

Die Arbeit bei Auftragsspitzen oder in der Saisonzeit solle darüber hinaus künftig im Drei-Schicht-Betrieb möglich sein, kündigte Marc Mateika, technischer Geschäftsführer bei Meier Guss an. „Wir wollen die Rahmenbedingungen schaffen, um die bislang nicht genutzten Kapazitäten zu nutzen“, sagte Mateika. „Wir wollen Flexibilität gewinnen.“ Zum Teil sei die Auftragslage so umfangreich, dass die vorhandenen Kapazitäten und Zeiten dafür nicht ausreichten. Mit einer Ausweitung der Kapazität solle auch die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und der Standort Rahden mit seinen Arbeitsplätzen gesichert werden. Meier Guss produziert schwerpunktmäßig Guss für den vergleichsweise krisensicheren Baubereich und ist u. a. Marktführer bei Straßenkanalguss.

Der Standort Rahden werde gestärkt, die Auswirkungen auf die Nachbarn würden durch Emissionsschutzmaßnahmen verbessert, und das Unternehmen schaffe eine höhere Energieeffizienz, was Umwelt und Klima schone. Mateika sprach von einer „Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“ Hintergrund für das geplante Vorhaben ist nach Angaben Mateikas, dass die Eisengießerei aktuell 35 Prozent ihrer Kapazitäten nicht nutzen könne, was mittelfristig einen Verlust von Wettbewerbsfähigkeit zur Folge hätte.

Die Produktion werde durch die Anpassungen auf einen längeren Zeitraum entzerrt. Meier Guss könne somit flexibler auf Auftragsspitzen und saisonale Schwankungen reagieren. Ein längerer Betrieb der Schmelzanlagen an Werktagen bedeute zudem eine deutliche Verbesserung der Energienutzung. Eine entscheidende Rolle spiele hierbei der Kupolofen. „Dieser kann nach erfolgter Genehmigung fortan auch zur Nachtzeit im Heißbetrieb genutzt werden“, teilte Mateika mit.

Meier Guss lege höchsten Wert darauf, dass die Wertschöpfung aller Produkte ausschließlich in Deutschland stattfinde. Das gewährleiste hohe Umwelt- und Arbeitsstandards und vermeide lange Transportwege. Mateika: „Wettbewerber aus Indien und China produzieren bei niedrigen, für Meier Guss nicht akzeptablen Umwelt- und Arbeitsstandards und nutzen dabei den klimaschädlichen Schiffsweg über die Weltmeere. Meier Guss leistet seinen Beitrag, um Umwelt und Klima zu entlasten.“

www.meierguss.de 

Quelle: Joern Spreen-Ledebur, Neue Westfälische Zeitung für das Lübbecker Land vom 21. April 2021