Fachartikel

3.01.2017
erschienen in GIESSEREI Heft 1|2017

Matthies Druckguss: Tradition und Innovation aus einem Guss

Ein funktionales ERP-System unterstützt die Mitarbeiter bei der Dokumentation und Archivierung.

Langjährige Kunden, treue Mitarbeiter: Jörn Matthies hat es in seinem Betrieb mit vielen Konstanten zu tun. Schließlich gilt Matthies Druckguss als echtes Familienunternehmen, das mit 60-jähriger Firmengeschichte dessen Werte bestens zu schätzen weiß. Im Leistungsangebot der Matthies Druckguss GmbH aber herrscht Bewegung. Genauso wie der Blick nach vorne. Für den Unternehmer wichtige Voraussetzungen, um auf dem Markt mitzuhalten und sich darüber hinaus sogar als Pionier beweisen zu können.

VON DIETER BESTE, DÜSSELDORF

Was sein Vater, Willy Matthies, 1955 begonnen hat, führt Jörn Matthies seit 1974 fort: die Druckguss-Produktion. Seit 2008 ist auch sein Sohn Marco als Betriebsleiter mit an Bord der Matthies Druckguss GmbH. Und mit ihm 20 weitere Mitarbeiter in der Produktion und Verwaltung. Viele von ihnen halten dem Unternehmen seit mehr als 25 Jahren die Treue. Ein echter Familienbetrieb also. Und einer, der es offenbar mit den „Großen“ aufnehmen kann. Das kommt nicht von ungefähr, sondern durch einen unermüdlichen Innovationsgeist. Beispielsweise überzeugt das Unternehmen mit einer beindruckenden Materialvielfalt: Insgesamt neun verschiedene Aluminium-, Zink- und Messing-Legierungen stehen zur Wahl. Zudem wagt sich das Unternehmen mit einer Kleinstauflage bereits ab 1000 Stück pro Serie an Stückzahlen, die bei anderen Wettbewerbern nur selten zu finden sind. Dass sich das Ganze trotz der hohen Formkosten, die beim Druckguss anfangs anfallen, rentiert, liegt auch an dem hohen Anteil an „aktiven“ Kunden. Viele von ihnen lassen ihre Gussteile regelmäßig und zum Teil bereits seit Jahrzehnten bei Matthies fertigen. Auch sie stellen also eine Konstante in der Unternehmensgeschichte dar. Neben deutschen Kunden beliefert Matthies zum Beispiel auch Firmen aus Österreich, Rumänien, Norwegen oder Indien. Vertreten sind die unterschiedlichsten Branchen: vom Maschinenbau bis hin zur Sanitärtechnik. Den größten Teil nehmen die Sicherheitstechnik und der Bereich Beschattung ein. Hierzu zählen Gussteile für Markisen, Rollläden und andere Elemente für den Sonnenschutz. Neue Märkte konnten außerdem in der Beleuchtungsindustrie durch den steigenden Einsatz der LED-Technik erschlossen werden.

Eine ganzheitliche Prozesskette für starken Mehrwert

Der Anspruch des Unternehmens ist es, Kunden exakt das Ergebnis zu präsentieren, das sie sich wünschen. Und zwar in einer Qualität, die Maßstäbe setzt. Damit das gewährleistet ist, ist Matthies Druckguss zu 100 % mit einer ganzheitlichen Prozesskette im Einsatz – und zwar vom ersten Beratungsgespräch über die Musterabnahme bis hin zur Produktion. Das schließt auch die mechanische Bearbeitung mit ein, die dem Produkt den letzten Feinschliff verpasst. CNC-Bearbeitung und -Fräsen sind inzwischen ein fester Bestandteil im Portfolio des Unternehmens, wodurch sich Matthies ebenfalls abhebt. Zudem wird auch das Qualitätsmanagement nie aus den Augen verloren. Dazu gehören nicht nur Prüf- und Messtechnik, sondern auch die regelmäßige Schulung von Mitarbeitern. So bleibt der Standard stets im obersten Bereich. Zu guter Letzt wird durch die hauseigene Spedition die sichere, zuverlässige und termingerechte Lieferung gewährleistet.

Matthies cast design® – Oberflächenveredelung wird wirtschaftlich

Die Marke Matthies cast design® stellt den neuesten Meilenstein des Unternehmens dar. Dieses Verfahren der Oberflächenveredelung macht es erstmals möglich, mit einer Hochglanzpolitur optisch hochwertige Werkstücke per Druckgießverfahren herzustellen. Und das sogar in einem wirtschaftlichen Rahmen, was wiederum dafür sorgt, die Druckgussteile im dekorativen Bereich einsetzen zu können. So machen sich hochglanzpolierte Druckgusserzeugnisse aus Aluminium beispielsweise hervorragend in der Möbelindustrie, bei der Innenausstattung von Fahrzeugen oder für Einrichtungsgegenstände. Zudem begünstigt der Herstellungsprozess auch den Korrosionsschutz. Dadurch, dass bei diesem neuen Verfahren auf die aufwendige galvanische Verchromung der Teile verzichtet werden kann, werden die Umwelt geschont und Kosten gespart. Auch der Einsatz von Säuren, chemischen Reinigern und zusätzlichen Polierwachsen entfällt und der Stromverbrauch innerhalb der Fertigungsschritte wird deutlich gesenkt.

Die Kunden erwarten Komplettlösungen

Leistungen wie diese hält Jörn Matthies für nötig, um mit seinem Unternehmen auch langfristig im Wettbewerb zu bestehen: „Die Kunden möchten heute möglichst wenig Risiko eingehen. Sie erwarten daher einen einzigen Ansprechpartner, der die volle Verantwortung übernimmt, ihre Wünsche bündelt und ihnen Komplettlösungen anbietet. Dadurch hat sich auch unsere Rolle im Laufe der Zeit enorm gewandelt: Heute verstehen wir uns vor allem als Dienstleister.“ Und: Viele Kunden möchten ihr Lager so klein wie möglich halten – diesem Wunsch kommt Matthies mit seinen geringen Stückzahlen entgegen, die er wahlweise liefern kann. Wichtig ist dem Unternehmer aber bei allem Dienstleistungsdenken auch der partnerschaftliche Umgang mit seinen Kunden: „Beide Seiten sollten dafür sorgen, dass die Freude am Geschäft bestehen bleibt und man sich auf Augenhöhe begegnen und miteinander arbeiten kann.“

Austausch innerhalb der Branche

Wie sich die Ansprüche der Kunden ändern? Wohin der Markt sich entwickelt? Das sind auch Fragen, die die Küstengruppe des BDG bewegen. Acht Gießereiunternehmen aus Norddeutschland sind Teil des Gremiums. Jörn Matthies engagiert sich hier seit sechs Jahren als Vorsitzender. Er profitiert vor allem von der Möglichkeit des Austauschs innerhalb der Branche: „Die Gruppe bietet eine ideale Plattform, um bestimmte Themen zu besprechen und von den Erfahrungen der anderen Mitglieder zu lernen.“ Immer wieder auf der Agenda stehen zum Beispiel „Kostentreffen“, bei denen die Unternehmer über die Preisstrukturen in der Branche und über mögliche Einsparpotenziale diskutieren. „Hierdurch können wir besser beurteilen, wo wir stehen und mit welchen Herausforderungen wir in Zukunft rechnen müssen.“ Für ihn ebenfalls nicht zu unterschätzen: die Chance, die BDG-Aktivitäten und damit auch die politischen Entscheidungen im Sinne der Branche voranzutreiben.

Auch aktuell wieder, im November 2016, wurde das Unternehmen nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Ein Zeichen, dass Matthies Druckguss seine Werte und Vorsätze auch weiterhin ernst nimmt – und mit besten Ergebnissen im Druckguss für seine Kunden im Einsatz ist.

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