Fachartikel

3.03.2017
erschienen in GIESSEREI Heft 3|2017

Staub und Hitze zum Trotz

Ronny Keppler ist Ausbildungsverantwortlicher bei der Silbitz Group.

Die Silbitz Group gehört aus Sicht der Industrie- und Handelskammer zu den besten Ausbildern der Region. Was macht das Unternehmen so besonders?

VON TORSTEN GERBANK, ZEITZ

Ronny Keppler ist im Gießereiunternehmen Silbitz Group, Silbitz, der Verantwortliche für die Lehrausbildung. Manchmal allerdings, wenn der 44-Jährige spürt, dass es notwendig und Erfolg versprechend ist, schlüpft er auch mal in die Rolle eines Nachhilfelehrers. Denn immer wieder passiere es, dass Jugendliche mit Schwächen in naturwissenschaftlichen Fächern eine Lehre beginnen. Wenn Keppler und die Lehrausbilder dann aber merken, dass sich der Jugendliche dabei helfen lassen möchte, Schwächen abzubauen und dass er seine Lehre mit Ehrgeiz angeht, dann gibt es vom Unternehmen Hilfe – auch über das reguläre Ausbildungsprogramm hinaus.

Schließlich, so Keppler, ist die Silbitz Group, zu der die ZGG – Zeitzer Guss GmbH aus Zeitz gehört, daran interessiert, dass die Jugendlichen am Ende ihrer Lehrzeit ihre Prüfungen mit Bravour bestehen. „Denn“, so Keppler, „wir bilden ja für den eigenen Bedarf aus“. Dass es dem Unternehmen in besonderer Weise gelingt, mit dem Berufsnachwuchs zu arbeiten, das hat Keppler nun schriftlich in Form einer Urkunde.

Die Silbitz Group ist von der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau mit dem Titel „Top Ausbildungsbetrieb 2016“ geehrt worden. Der Titel, so Keppler, könne nun z. B. auf Briefköpfen des Unternehmens getragen werden. So könne die Silbitz Group Werbung für ihre Ausbildung machen. „Schließlich“, so Keppler, „ist der Titel ein schönes Zeichen, dass wir mit unserer Ausbildung einen guten Weg gehen“. Und das ist auch deshalb von Bedeutung, weil z. B. der Gießereimechaniker nicht unbedingt ein Beruf ist, um den sich junge Menschen reißen. Der Gießerei-mechaniker stellt unter anderem Formen für Gussstücke her und ist auch am Gießprozess beteiligt. Es ist ein Beruf „mit speziellen Arbeitsbedingungen“, wie Keppler sagt, d. h. der Gießereimechaniker muss mit Staub, mit Hitze, mit schmutzigen Händen klarkommen – und mit Schichtarbeit.

Wie aber gelingt es dem Ausbildungsunternehmen, den Beruf jungen Menschen dennoch schmackhaft und attraktiv zu machen? Keppler muss nicht lange überlegen und nennt als Pluspunkte eine „angemessene Vergütung“ schon in der Ausbildung, 30 Tage Urlaub pro Jahr. Wichtig sei natürlich auch, dass es für Jugendliche eine Übernahmegarantie gibt, wenn sie die Ausbildung erfolgreich abschließen. Darüber hinaus gebe es Möglichkeiten der Weiterbildung bis hin zur Unterstützung der Meisterausbildung.

Insgesamt lernen in dem Unternehmen derzeit 58 junge Menschen einen Beruf. Neun von ihnen werden in Zeitz ausgebildet. Etwa die Hälfte aller Lehrlinge will später einmal als Gießereimechaniker arbeiten. Des Weiteren werden unter anderem die Berufe des technischen Modellbauers und des Zerspanungsmechanikers ausgebildet. Pro Jahr stellt die Silbitz Group 15 bis 20 neue Lehrlinge ein. Die Zahl, so Keppler, richte sich immer nach dem Bedarf. Und es sei nicht immer einfach, die angebotenen Stellen auch mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Immer wieder müsse festgestellt werden, dass die von der Schule bescheinigten Leistungen nicht genügen, um bestimmte Berufe zu erlernen. Defizite gebe es in Mathe, Physik und in Chemie. Auf Noten in diesen Fächern müsse geachtet werden. Denn jenes Wissen sei wichtig für die theoretische Ausbildung in der Berufsschule.

www.silbitz-group.com