3.05.2016

3 Fragen an...

Andreas Mannschatz, Geschäftsführer der Schmiedeberger Gießerei, Dippoldiswalde, einem Unternehmen der DIHAG-Gießereigruppe, Essen. Mannschatz leitet das Unternehmen seit 12 Jahren. Er sprach mit der GIESSEREI über den Kauf des Getriebewerks Pirna und die strategischen Hintergründe.

Herr Mannschatz, Sie haben kürzlich das Getriebewerk Pirna übernommen und damit zwölf CNC-Bearbeitungszentren sowie weitere Anlagen wie Mess- und Industriewaschmaschinen. Was ist der strategische Hintergrund dieser Expansion?
Ziel der Übernahme ist es, eine neue mechanische Bearbeitung an unserem Standort in Dippoldiswalde/Schmiedeberg aufzubauen, um unsere Wertschöpfungstiefe zu erhöhen. Künftig können wir dann auch komplett bearbeitete Teile bis hin zu ganzen Baugruppen liefern. So bekommen unsere Kunden bei uns alles aus einer Hand – von der Beratung, Simulation, Prototypen bis hin zur Serienreife ergänzt um die Bearbeitung oder Montage. Für den Aufbau der mechanischen Bearbeitung werden Sie eine neue Halle errichten.

Wie weit sind Sie und werden Sie dort nur eigene oder auch fremde Produkte bearbeiten?
Wir starten in dieser Woche mit dem Bau der neuen Halle (KW 16, Anm. der Red.) mit vorerst 1650 m² Fertigungsfläche. Das Getriebewerk in Pirna wird geschlossen, die Bearbeitungsmaschinen einschließlich ergänzender Ausrüstungen werden vor Ort demontiert, nach Schmiedeberg umgesetzt und wieder in Betrieb genommen. Wir werden hier dann einen Teil der Mitarbeiter der Getriebewerk Pirna GmbH einschließlich Azubis beschäftigen – Pirna ist schließlich nur 35 km von Schmiedeberg entfernt. Zum zweiten Teil Ihrer Frage: Da wir auch den Kundenstamm des Pirnaer Getriebewerks übernehmen, werden wir auch fremde Produkte bearbeiten – vorrangig aber unsere eigenen. Wir verfügen über mehrere Fünfachs-Bearbeitungsmaschinen sowie Drehbänke und sind damit in der Lage, Bauteile mit Gewichten von 0,5 bis 100 kg zu bearbeiten. Auch beim Werkstoff sind wir flexibel: Bearbeiten können wir sowohl Gusseisen mit Lamellen- als auch mit Kugelgrafit sowie Silizium-Molybdän-Legierungen und bestimmte austenitische Qualitäten. Damit kommen z. B. Bauteile wie Abgaskrümmer in Frage.

Wie ist Ihr Ausblick?
Um die Effizienz unserer Gießerei noch zu erhöhen, beschäftigen wir uns derzeit intensiv mit Industrie 4.0. In einem gemeinsamen Projekt mit der TU Bergakademie Freiberg steht dabei besonders der Einsatz von Robotertechnik im Fokus.

www.schmie-guss.de