6.12.2016

Drei Fragen an...

Foto: Andreas Bednareck

Hans-Peter Grohmann, Geschäftsführer der Grohmann Holding GmbH und Co. KG in Bisingen, zur Neuausrichtung der Unternehmensgruppe

Sehr geehrter Herr Grohmann, in den Jahren 2003, 2010 und zuletzt 2014 haben Sie zahlreiche Standorte für Aluminiumsand- und kokillenguss sowie für die Oberflächenbearbeitung von Gussteilen hinzugekauft. Nun steht eine Neuaufstellung Ihrer Unternehmensgruppe an. Wie sieht Ihre Strategie aus?
Wir haben unseren Gießereien und Betrieben für mechanische Bearbeitung an den Standorten Bisingen, Mühlacker, Hirrlingen und Schopfheim eine Holding, die Grohmann Holding GmbH und Co. KG, übergeordnet. Über diese Holding wird zukünftig die strategische Ausrichtung der Firmengruppe bestimmt. Aufgabe der Holding ist es, die Firmengruppe im Markt neu auszurichten und ggf. die Fertigungstiefe der Gruppe zu erweitern, um weitere Expansionen zu ermöglichen. Parallel hierzu gibt es eine Vertriebsgesellschaft – die Grohmann Aluworks GmbH & Co. KG –, die für sämtliche Gießereistandorte die Vertriebstätigkeit unter Berücksichtigung der jeweiligen spezifischen Ausrichtung der einzelnen Standorte und deren besonderer Stärken organisiert und koordiniert. Unser Umsatz, der seit dem Start unserer Expansion im Jahr 2004 bis heute von rund 25 auf 75 Mio. Euro gestiegen ist, soll im kommenden Jahr über 80 Mio. Euro betragen. Wir werden insbesondere in die mechanische Bearbeitung an allen Standorten investieren, in Bisingen und Hirrlingen auch in die Kernmacherei. Am Standort Schopfheim haben wir darüber hinaus damit begonnen, eine neue großformatige Formanlage des Herstellers HWS zu installieren. Die Investitionssumme liegt zwischen 3 und 4 Mio. Euro.

Ein wichtiger Kunde Ihrer Gussteile ist die Automobilbranche, die höchste Qualität erwartet, dafür aber die geringstmöglichen Preise zahlen will. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Wer nur Gussteile verkauft, kann im Automotive-Bereich nur bescheidene Gewinnmargen erwirtschaften. Anders sieht das aus, wenn die Wertschöpfung der Bauteile erhöht wird. Unsere Investitionen in die mechanische Bearbeitung haben genau dieses Ziel. Wir entsprechen damit auch dem Wunsch der Industrie, einbaufertige Bauteile zu liefern. Unser Geschäft steht allerdings auf mehreren Säulen: Wir fertigen auch Bauteile für den Maschinenbau, den Motorenbau sowie die Elektro- und Medizintechnik. Über alle Geschäftsbereiche hinweg produzieren wir mit unseren ca. 500 Mitarbeitern Komponenten und komplette Baugruppen in Klein-, Mittel- und Großserien. Für das Prototyping, aber auch zur Vorbereitung der Serienfertigung, setzen wir auch 3-Drucker ein. Das 3-Drucken hat für mich als Ergänzung zum Gießereibetrieb ein sehr hohes Potenzial.

Sie unterstützen zwei Rockfestivals in Süddeutschland als Sponsor. Verfolgen Sie damit ein bestimmtes Ziel oder geht es Ihnen um die Musik?
Hier steht die Musik im Vordergrund. Wir sehen die beiden Festivals „Bang your Head“ und „Rock of Ages“, beides Heavy Metal-Festivals, aber auch als Kundenevent. Und um Heavy Metal geht es in der Gießerei ja schließlich auch – so schlagen wir den Bogen von der Musik zu unserem Geschäft!

www.welcome-to-grohmann.de