7.06.2016

3 Fragen an...

Sebastian Höhn, Leiter Personalentwicklung bei Fritz Winter. Mit der GIESSEREI sprach er über den Bedarf an Fach- und Führungskräften in der Eisengießerei und die breite Palette an Strategien, die das Familienunternehmen bei der Nachwuchswerbung einsetzt. 

Herr Höhn, Sie haben 3700 Mitarbeiter an drei Standorten, eine große Zahl für eine Eisengießerei. Wieviel Auszubildende stellen Sie jährlich ein?
Wir stellen pro Jahr rund 50 neue Auszubildende aus 15 Ausbildungsberufen ein, unter anderem Gießereimechaniker und Technische Modellbauer.

Wie hoch ist Ihr Bedarf an studierten Berufseinsteigern?
Wir brauchen etwa 1-2 junge Ingenieure aus den Bereichen Metallurgie, Werkstoffe oder Gießereitechnik im Jahr. Dafür arbeiten wir u. a. mit den auf Eisenguss spezialisierten Hochschulen Duisburg-Essen, der TH Bergakademie Freiberg, der HS Kassel und der TH Clausthal zusammen.

Die Region Stadtallendorf zwischen Marburg, Gießen und Kassel ist keine Metallerhochburg. Wie schaffen Sie es, jedes Jahr genug Neueinsteiger für Fritz Winter zu begeistern?
Schließlich ist das Unternehmen der größte Ausbildungsbetrieb der Region. Hier in der Region sind alle anderen Ausbildungsbetriebe unsere Konkurrenten bei der Nachwuchswerbung, denn die Azubis wählen zwischen den Branchen und da kommt hier beispielsweise auch die Pharmabranche in Frage. Wir beobachten, dass die Jugendlichen immer länger in die Schule gehen und dadurch immer später mit der Ausbildung beginnen. Mit unserem Team von acht Ausbildern und 20 Beschäftigten im Personalbereich schaffen wir es gerade, genug junge Leute für die Ausbildung bei uns zu finden. Damit uns das gelingt, stehen auf unserem Aktionskalender an die hundert Termine: Wir laden Kindergärten in unsere Ausbildungswerkstatt ein, gehen mit unseren Auszubildenden in die Schulen und präsentieren dort unser Unternehmen. Außerdem nehmen wir an Girls‘ Days, Industrietagen, Messen und vielen anderen Aktivitäten teil. Mit acht Kooperationsschulen in der Region pflegen wir besonders enge Kontakte. Interessierte Schüler laden wir dann zu Schülerabenden in Stadtallendorf ein. Um Vertrauen zu uns und der Branche aufzubauen, laden wir auch die Eltern möglicher Auszubildender ein und stellen unser Angebot vor.

www.fritzwinter.de