31.10.2018

„Zukunftsfähig bleiben durch Industrie 4.0“

Foto: Michael Vehreschild

Industrie 4.0 ist bereits Gegenwart und wird vermutlich auch die Zukunft vieler Branchen prägen. Auch manche Gießerei unternahm bereits erste Schritte auf dem Weg zur intelligenten Fabrik. Aber was kommt auf die Branche zu und welche Risiken birgt die Entwicklung? Ein Gespräch mit Bernd H. Williams-Boock, Geschäftsführer der Ortrander Eisenhütte.

Sie haben vor rund drei Jahren kräftig in Industrie 4.0 investiert und eine Eisenqualitätssoftware sowie eine Vergießsteuerung unter dem Programm-Titel „Ortrander 4.0“ in Betrieb genommen. Gab es seitdem weitere namhafte Investitionen bei der Ortrander Eisenhütte?
Das waren, was Industrie 4.0 betrifft, bisher unsere entscheidenden Investitionen. Aber Investitionen mit großer Wirkung: Wir konnten die Produktion deutlich flexibler und prozesssicherer machen. Gleichzeitig können wir jetzt eine konstantere Qualität bieten. Natürlich gab es in den vergangenen Jahren Software-Updates. Es ist aber das gleiche Steuersystem geblieben.

Werden Sie weiter in Industrie 4.0 investieren?
 Industrie 4.0 ist ein ständiger Prozess mit kontinuierlichen Weiterentwicklungen. Der Weg ist das Ziel. Weitere Investitionen – wie beispielsweise in Deep Learning – hängen davon ab, inwieweit es Antworten auf finanzielle und technische Fragen in diesem Zusammenhang gibt. Von daher sind wir – Stand heute – noch meilenweit davon entfernt zu sagen, dass wir dies und jenes einführen. Wobei ich denke, dass man den Weg mit Industrie 4.0 weitergehen muss.

Wo sehen Sie die Gießereibranche beim Thema „Deep Learning“ aufgestellt?
Es gibt Branchen, die bereits auf Deep Learning zurückgreifen. Sie sind hier weiter als die Gießereibranche, in der das Deep Learning quasi gar nicht realisiert wird. Das könnte aber in drei bis fünf Jahren schon anders sein. Und wenn dann der Schritt richtig gemacht wird, bieten sich riesige Vorteile, zum Beispiel bei der Kostenersparnis. Der Fortschritt mit all seinen Vorteilen birgt aber auch Risiken. Bei Industrie 4.0 sind es die zahlreichen Daten, die gesammelt und erfasst werden.

Wie sicher sind Ihre Daten?
Das ist natürlich ein wichtiges Thema. Dateninfrastruktur und Datensicherheit müssen parallel aufgebaut und optimiert werden. Es braucht Konzepte, wie man damit umgeht. Die haben wir, weil wir uns ausführlich mit dem Thema beschäftigt haben. Wir können sagen, dass die Daten sicher sind.

Wie groß ist Ihr Vertrauen in Industrie 4.0?
Zunächst einmal glaube ich, dass unser Team sich hier positiv positionieren kann und das Unternehmen dergestalt zukunftsfähig bleibt. Allgemein denke ich auch, dass Artificial Intelligence den Gießereien ermöglichen kann, eine vielversprechende Zukunft zu entwickeln.

Das Interview mit Bernd H. Williams-Boock führte Michael Vehreschild, Kleve

>>Zum Beitrag über die Ortrander Eisenhütte: Investitionen in Industrie 4.0 haben sich ausgezahlt!