4.07.2019

„Die Übernahmen stärken unsere Kompetenzen im Bereich Aluminium“

Peter Holm Larsen arbeitet seit 2007 für die Norican Group und ist aktuell COO und Präsident des Formanlagenbauers DISA, der zur Gruppe gehört. StrikoWestofen und Italpresse-Gauss gehören erst seit rund zwei Jahren zur Norican Group (Foto: Martin Vogt).

Die Norican Gruppe ist bei der GIFA erstmals mit ihren vier Marken DISA, Wheelabrator, StrikoWestofen und Italpresse-Gauss angetreten. Neuigkeiten am Stand waren die vernetzte Gießerei sowie das O-Fehler-Management. Im Interview spricht Peter Holm Larsen, COO und Präsident der Norican-Marke DISA, über die vergrößerte Gruppe, die Digitalisierung und seinen Ausblick auf die kommenden Jahre.

Warum haben Sie so viele Unternehmen gekauft? Was ist der große Plan dahinter?
Bis vor zwei Jahren gehörten nur DISA und Wheelabrator zur Norican Gruppe. Wir haben uns damit komplett auf das Eisengießen konzentriert. Wheelabrator verfügte zwar auch über andere Geschäftsbereiche, war aber überwiegend auf den Eisengussbereich festgelegt. Und DISA liefert nun schon seit rund 60 Jahren Anlagen an Eisengießereien. Zugleich hat DISA immer schon stark mit der Automobilindustrie zusammengearbeitet und die bewegt sich immer mehr in Richtung Aluminium. Dieser Trend – darin stimmen wir wohl alle überein – wird sich fortsetzen. Unsere Gruppe gehört zu einem Private Equity Fonds, aber unabhängig davon müssen unsere Unternehmen in ihrem Markt wachsen. Um die Kompetenzen der Norican Group im Bereich Aluminium zu stärken haben wir vor zwei Jahren StrikoWestofen und Italpresse Gauss übernommen. Zwar operieren wir nun in zwei unterschiedlichen Werkstoffbereichen, aber wenn sie die Geschäftsdynamik dieser Industrien betrachten, sehen sie, dass es viele Übereinstimmungen gibt. Auch bei den Technologien gibt es einige Übereinstimmungen. Und natürlich ist es unsere Absicht, all unsere Kraft im Unternehmen in die Entwicklung unserer Marken zu investieren.

Wie wird die Produktion durch die von Ihnen entwickelte digitale Gießerei effizienter?
Uns geht es darum, alle Teile der Gießerei zu verbinden und dann über unser Cockpit für den Kunden zu visualisieren. Wenn man Einblick in alle Prozesse hat, können damit Prozesse optimiert werden. Sie sehen, wo ihre Prozesse versagen und sind dadurch in der Lage die Fehler beheben. Nehmen wir den Refill Monitor, bei dem ein Werker auf dem Gabelstapler mit der Pfanne den Füllstand der verschiedenen Öfen einsehen kann, um die Öfen rechtzeitig aufzufüllen. So kann der Ofen nicht leerlaufen. Das verbessert die Verfügbarkeit des Kunden mit einer sehr einfachen Lösung. Sie können den Stillstand der Fertigungslinie sowie die Ausschussrate reduzieren und die Daten, die in der Cloud gespeichert werden, für die Prozessoptimierung einsetzen.

Wo wird die Norican Gruppe in 10 Jahren stehen?
Früher haben wir strategische Zehnjahrespläne gemacht. Doch diese Zeiten sind vorbei. Heute muss man sehr agil und nah am Geschehen sein, denn die Welt dreht sich schneller und schneller. Am Ende des Tages geht es immer darum, zu verstehen, wie man die Leistung des Kunden mit technischen Lösungen verbessern kann. Werden wir andere Unternehmen in den nächsten Jahren kaufen? Ja, ich glaube schon, denn es gibt noch viele Technologien, die zu unserem Geschäft passen. Aber wir werden uns nicht weit von unserem Stammgeschäft in der Gießerei-Industrie entfernen.

Das Interview mit Peter Holm Larsen führte Robert Piterek