2.12.2020

"Die Windkraftgießer kämpfen ums Überleben"

Stefan Schmidt, Geschäftsführer und jetziger Liquidator, gibt die Hoffnung nicht auf: Obwohl die Öfen bereits erloschen sind, arbeitet er weiter an einer Zukunft für die Stader Eisengießerei (Foto: Baettr Stade).

Die Baettr Stade Windkraftgießerei musste im Sommer überraschend schließen, weil Kunden absprangen und ihre Aufträge an chinesische Gießereien vergaben. Und das, obwohl durch den aufwendigen Hochseetransport hohe Kosten und vermeidbare CO2-Emissionen entstehen. Die GIESSEREI sprach mit dem Geschäftsführer und jetzigem Liquidator Stefan Schmidt sowie Prof. Dr. Felix Kruse als Vertreter der Stader Politik über Ursachen, die schwierige Lage der Windkraftgießer und die gefährliche chinesische Wirtschaftspolitik.

Herr Schmidt, Sie sind Geschäftsführer bzw. Liquidator der Baettr Stade GmbH, einer Eisengießerei, die Windradkomponenten herstellt. Wegen nach Asien abwandernder Aufträge der Windenergiebranche mussten Sie kürzlich die Liquidation des Unternehmens und die Kündigung des größten Teils ihrer Mitarbeiter in die Wege leiten. Bitte erklären Sie uns doch näher, wie das passieren konnte?
Stefan Schmidt: Ich muss dafür etwas ausholen. Eigentümer der Gießerei ist seit 2014 Global Castings, die heutige Baettr Holding. In den Standort wurde seither investiert, um die Produktion von Großgusskomponenten auf- und auszubauen. Die Gießerei war bereits auf Großguss ausgelegt und verfügte über eine direkte Anbindung zum Industriehafen. Am 1. Juli 2018 wurde ich neuer Geschäftsführer mit den Zielen, die Produktion im Werk zu stabilisieren und auf die Kundenwünsche hin auszurichten sowie neue Technologien für größere Bauteile einzuführen, etwa zur Oberflächenbeschichtung und zur Erweiterung der Montageumfänge. Das Wachstum auf ein Produktionsvolumen von 40 000 Tonnen wurde ins Auge gefasst. Bis Mitte 2020 folgte ein Rekord auf den nächsten. Die Organisation wurde restrukturiert und eine Stabilisierung der Produktion für den On- und Offshore-Windkraftmarkt erreicht. Im Frühjahr 2020 änderte sich unser Marktumfeld grundlegend. Die meisten unserer Kunden reduzierten den europäischen Anteil auf ein wesentlich geringeres Volumen als bisher. Der Hintergrund ist, dass die Aussichten für unsere Kunden aktuell trüb sind. Es wird mit stagnierendem Wachstum für die kommenden 2-3 Jahre gerechnet. Aufwärts soll es erst wieder 2023/24 gehen. Wegen der Auftragsverlagerungen nach Asien sowie den fehlenden Wachstumsaussichten war eine gesicherte Geschäftsausrichtung nicht mehr gegeben und eine Unterauslastung und ein jahrelanges Verlustgeschäft wurde erwartet. Da alle Versuche scheiterten, den Standort über Liefervereinbarungen und Investitionen zu sichern, entschied sich das Management in Absprache mit den Eigentümern im Frühjahr 2020 für die gesteuerte Schließung. Am 24. Juni fand der letzte Abguss statt. Es war eine schwierige emotionale Zeit, in der ich die Liquidation durchführte. Das tat ich u. a. mit der Motivation, die Weichen zu stellen, um den Betrieb vielleicht doch wieder neu eröffnen zu können.

Herr Prof. Kruse, Sie sind Vertreter der Politik und des Industriestandorts Stade und leiten das Department Maschinenbau und Produktion an der HAW Hamburg. Wie stark trifft diese Wirtschaftsentwicklung Ihre Stadt?
Prof. Kruse: Das trifft uns schwer! Es sind ja zu einem guten Teil auch Arbeitsplätze von Menschen mit geringerer Bildungsqualifikation, die weggefallen sind. Für diese Leute ist es schwieriger, neue Arbeit zu finden. In Stade haben wir drei große Industriebetriebe: Airbus, die Aluminium Oxid Stade GmbH und Dow, einen Hersteller von Grund- und Spezialchemikalien. Alle drei leiden unter der Corona-Krise. Der massive Einbruch im Auftragsvolumen schlägt sich natürlich auch negativ auf die zahlreichen Zulieferer vor Ort nieder. In der aktuellen Lage ist es verdächtig ruhig. Nächstes Jahr, wenn die Insolvenzen wieder gemeldet werden müssen, wird es bitter. In den Industrieunternehmen arbeiten 6-7000 Arbeitnehmer in einer Stadt mit knapp 50 000 Einwohnern. Nach ersten Schätzungen fallen davon ca. 1000 weg. Für mich selbst ist dabei besonders ärgerlich, dass wir das Zukunftsgeschäftsfeld Windenergie verloren haben. Es ist vor einiger Zeit schon die Rotorblattfertigung von Areva (später Siemens Gamesa) in Stade geschlossen worden. Nun verlieren wir auch den Guss im Windbereich. Laut Marktvorhersage geht es ja in einigen Jahren im Windbereich wieder aufwärts, doch jetzt stehen mehrere Windkraftgießer vor der Pleite. Deutschland verliert hier den Anschluss.

Schmidt: Bei der Schließung unserer Gießerei in Stade sind 200 Mitarbeiter betroffen, 180 davon Festangestellte. Es ist kalkuliert worden, dass mit der Schließung unseres Werks 8 Millionen Euro Umsatz in der Region Stade wegfallen, überwiegend bei Zulieferern und allem, was dazugehört. Mit der Schließung werden spezialisierte Arbeitsplätze auf den Markt gespült. Das ist zum einen schlecht für die Leute, zum anderen aber auch schlecht für die Region und den Standort Deutschland, denn hier geht Know-how verloren. Da schießen wir uns ja auf gut Deutsch selbst ins Knie, denn das Know-how wandert jetzt nach Asien ab.

Herr Schmidt, wie sieht die Einkaufs-Entwicklung der Windenergiehersteller aktuell konkret aus. Passiert die Auftragsabwanderung nach Asien auf breiter Front?
Definitiv! Die Gießereivertreter unseres Geschäftsfelds kennen sich ja gegenseitig. In Gesprächen beim BDG und im europäischen Gießereiverband CAEF habe wir mit potenziellen Interessenten für unsere Gießerei gesprochen. Viele haben uns zu verstehen gegeben, dass sie selbst ums Überleben kämpfen. Ein Interessent war schon in Verhandlungen eingetreten und wollte sein Geschäft mit der Übernahme unserer Gießerei erweitern. Er ist dann abgesprungen, weil die Windturbinenhersteller keine Abnahmegarantien geben wollten. Alle Marktbegleiter befinden sich in derselben Situation. Es ist ein gesamteuropäisches Problem.

Prof. Felix Kruse ist Professor des Departments Maschinenbau und Produktion an der HAW Hamburg und vertritt als CDU-Mitglied die Interessen des Industriestandorts Stade (Foto: Privat).

Eine Branche, die uns eine nachhaltige Energieversorgung bescheren sollte, kauft ihre Komponenten auf die unnachhaltigste Weise überhaupt ein, indem sie Komponenten um den halben Erdball transportiert. Das passt doch hinten und vorne nicht zusammen. Gibt es hier keine Reaktion der Windanlagenhersteller?
Schmidt: Es ist de facto so, dass bei Lieferanten, die sich qualifiziert haben Teile herzustellen, nur noch der Preis zählt. Die Off-Shore-Windturbinenhersteller sind heute alle noch nicht profitabel. Sie befinden sich in einer Wachstumsphase und stehen unter Kostendruck. Es dominiert eine falsche Mentalität für schnellen Gewinn. Ein kurzfristiges Denken, das nur darauf ausgelegt ist, billig einzukaufen. Bei den Kontakten zu den Herstellern sind wir durchgehend abgeblitzt. Die Frachtkosten großer Gussteile von Asien nach Europa dürften recht hoch sein.

Kann sich das Neugeschäft für die chinesischen Gießereien überhaupt lohnen?
Schmidt: Die großen Kostenblöcke bei der Fertigung sind Rohstoff-, Energie-, Prozess- und Lohnkosten. Bis auf Lohnkosten sind alle anderen Kostenblöcke zwischen China und Deutschland mit nur geringfügigen Abweichungen vergleichbar. Die Transportkosten für Bauteile dieser Größen- und Gewichtsklasse von Asien nach Europa sind deutlich höher als die Personalkosteneinsparungen in Asien jemals sein können. Wo soll dann ein deutlicher Preisvorteil für Asien zustande kommen? Wir haben bis in den Sommer Rotornaben, Antriebswellen und Gondelmaschinengestelle gegossen. Diese Teile sind wegen ihrer Größe alle Sondertransporte. Die Transportkosten einer 50-t-Windturbinennabe liegen bei ca. 25-30 000 Euro, ergo müsste man knapp diesen Betrag in Asien einsparen, um den Kostennachteil gegenüber der Produktion fast vor der Haustüre zu kompensieren. Das sieht sehr nach unlauterem Wettbewerb, beispielsweise über Subventionen aus. Ich habe 27 Jahre in der Automobilzulieferindustrie gearbeitet. Die rauen Sitten dort sehen wir nun auch in der Windenergiebranche.

Prof. Kruse: Die chinesische Strategie ist meines Erachtens mittel- bis langfristig angelegt. China betreibt solange Dumping, bis es nicht mehr geht und die regionalen Betriebe aufgeben müssen. Die Folge: Die Chinesen erhalten ein Monopol. Dann möchte ich sehen, wie sich die Preise entwickeln. Im Solarenergiemarkt ist das ganz ähnlich gelaufen. Dadurch kommt es allerdings auch zu einer systematischen Zerstörung des technischen Mittelstands. Was in 130 Jahren aufgebaut wurde, geht nun in kürzester Zeit kaputt.

Können Sie uns einen Überblick geben, wie es um die Windkraftgießer in Deutschland Ihres Wissens nach aktuell bestellt ist? Es sind ja nicht nur sie betroffen…
Schmidt: Ich würde mich nicht wundern, wenn hier in den nächsten 1-2 Jahren nichts mehr übrigbleibt. Gießereien, die für den Onshore-Markt produzieren, sollen verkauft werden. Wenn es so weiter geht, wird es über kurz oder lang auch die Offshore-Gießer treffen. Eine Gießerei in Mecklenburg-Vorpommern wird aktuell mit Landesmitteln unterstützt, andere haben zu kämpfen oder haben sich schon aus dem Geschäft zurückgezogen. Was wir seit längerer Zeit schon in der Onshore-Industrie für kleineren Gusskomponenten erleben, nämlich Unterauslastung, Kurzarbeit und Insolvenzen, trifft jetzt die Gießereien für das Offshore-Segment.Und die Schwierigkeiten auf dem Windkraftmarkt haben nichts mit Corona zu tun. Hier verschieben sich Aufträge nach Asien. Prof. Kruse: Mit zur Wahrheit gehört auch, dass die Windkraft hierzulande wegen Klagen von Anwohnern und Umweltverbänden nicht nach Plan ausgebaut werden kann. Davon profitiert nun indirekt China.

Geht die Globalisierung hier zu weit. Versagt der globale Markt?
Schmidt: Ich bin ja auch Vertreter des globalen Management-Teams der Baettr Gruppe. Wir haben Werke in China und errichten derzeit eines in Indien. Wir bauen sie dort, wo Produkte und Produktion vor Ort gebraucht werden. Globalisierung ist okay, aber in Asien müssen wir Europäer zumeist hohe Einfuhrsteuern zahlen und fahren im Gegenzug einen Kuschelkurs. Ziel ist die sogenannte „Global Harmonization“ – die Handelsbedingungen sollen sich weltweit angleichen. Im Interesse des Klimaschutzes sollten allerdings auch Maßnahmen, die nicht nachhaltig sind, verhindert werden. Wenn wir im Klimaschutz global denken, müssen wir lokal handeln. Der Transport einer 80 t schweren Windturbinenrotornabe von Shanghai nach Hamburg verursacht unnötigerweise ca. 17,3 Tonnen CO2, das ist mehr als ein durchschnittlicher Pkw über die gesamte Fahrzeuglebensdauer oder ein durchschnittlicher Haushalt mit moderner Gasheizung in 3,5 Jahren emittiert.

Was muss Ihrer Meinung nach passieren?
Prof. Kruse: Wir müssen nach gleichen Spielregeln spielen. Dafür haben wir ja die WTO. Wir erleben im Handel egozentrische Vorgehensweisen und Einzelgänge, man denke an den Handelskrieg zwischen den USA und China, den die Vereinigten Staaten ohne Konsultationen mit den Partnern vom Zaun gebrochen haben.

Schmidt: Ein Freihandelsabkommen könnte solche Dinge ebenfalls regeln. Hier könnte auch der CO2-Fingerabdruck solcher Produkte reguliert werden. Allerdings sind das alles Einschränkungen, die das Geschäft dämpfen. Zertifikate wären für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation. Können Politik und Verbände hier etwas machen?

Prof. Kruse: Man muss sich ja einmal anschauen, wie die Chinesen es machen. Das ist ein autokratisches System, das sehr strategisch, zielgerichtet und einheitlich vorgeht. Doch auch hier in Deutschland könnten sich Windenergiebetreiber, Zulieferer sowie Verbände und Politik an einen Tisch setzen und die Probleme lösen. Die mittelfristige Marktprognose ist doch, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen wird. Unsere sehr liberale Wirtschaftspolitik kommt aber schon angesichts der Compliance-Regeln, die einen zu engen Austausch untereinander erschweren, an ihre Grenzen. Mit diesen Regeln stehen wir uns selbst im Weg. Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern. Einzeln werden wir zerlegt.

Herr Kruse, Sie sind CDU-Mitglied und haben bereits zahlreiche Politiker wegen der Auftragsverlagerungen mobilisiert – bisher ohne Erfolg. Wie kann man die Lage noch retten?
Nun, ich denke wir brauchen vielleicht auch einen gewissen Nationalethos in der Wirtschaftspolitik. Wir verhalten uns manchmal wie Schafe, sollten aber stattdessen besser unsere Pfründe schützen. Von der EU wurde schon einmal angefragt, ob wir die Notwendigkeit für Schutzzölle sehen. Aber das führt möglicherweise auch zu wirtschaftlichen Nachteilen auf Seiten der OEM. Das Gegenteil von Freihandel ist ja der Handelskrieg. Zölle zu verhängen, bis der andere nicht mehr kann, ist auch keine Lösung. Zumindest muss es eng mit den OEMs abgestimmt werden, wenn es die letzte Lösung ist, um Dumping zu verhindern.

Eine Frage an Sie beide. Wie können die Standorte Stade und Deutschland gesichert werden, damit mittelständische Unternehmen nicht mehr in eine solche Lage kommen?
Schmidt: Da fällt mir ein Blumenstrauß an Dingen ein, die man tun muss. Unternehmen, die hier über Jahrzehnte aufgebaut wurden, wie etwa namhafte Roboterhersteller, dürfen nicht nach China verkauft werden. Dieser Schutz unseres geistigen Eigentums kann nicht mehr über die freie Marktwirtschaft geschehen, sondern muss rechtlich abgesichert werden. Unsere Politik hat da eine hohe Verantwortung, aber auch Unternehmen, die auf der Strecke treten. Das Lean Management und Production war beispielsweise vor nicht allzu langer Zeit noch ein Fremdwort in der Gießereibranche. Das ist eine klare Unternehmerverantwortung. Hier kann aber auch Verbandsarbeit helfen. Außerdem sollte unsere Regierung die Subventionierung geschickt und fair vornehmen und nicht erst helfen, wenn es zu spät ist. Das muss neu und besser aufgelegt werden und an die Überlebensaussichten gekoppelt sein.

Prof. Kruse: Vor zehn bis zwölf Jahren war das hier noch eine strukturschwache Region, Auch durch Fördermittel haben wir uns zu einer Region mit besonders hoher Industriedichte entwickelt. Besonders der Luftfahrtsektor hat profitiert, jetzt bietet uns das Thema Wasserstoff große Chancen. Aber die Lage ist insbesondere wegen der Krise in der Luftfahrt fragil und kann schnell wieder kippen. Ziel der Wirtschaftsförderung muss es sein, innovativ zu sein, um ohne Fördermittel auszukommen. Unternehmen leiden aber auch an Wettbewerbsverzerrungen durch die unterschiedliche Förderung durch die Bundesländer. In Mecklenburg-Vorpommern werden Gießereien z. B. aktuell gefördert, bei uns in Niedersachsen nicht.

Schmidt: Es gibt auch Fälle, in denen Unternehmen gewährte Mittel nicht zur Absicherung, sondern zum Preisdumping einsetzen, etwa dann, wenn Modernisierungen ohne Angleichen der Preise vorgenommen werden. Dann fordern diese Unternehmen neue Fördermittel, haben aber bereits die Preise kaputtgemacht. Die Mittel müssen gezielt eingesetzt und kontrolliert werden. Gießereien werden darüber hinaus massiv CO2-besteuert, während man die Windkraftanlagenhersteller nicht dafür bestraft, dass sie Komponenten um den halben Globus schippern, statt lokal zu fertigen. Und dann sind da noch die Gewerkschaften. Ich kann nicht nachvollziehen, wie sie jetzt 4 Prozent mehr Lohn statt einer Arbeitsplatzsicherung fordern können.

Prof. Kruse: Wir brauchen eine neue Chinapolitik. Aus einem Partner ist zunehmend ein Rivale geworden. Das erfordert auch eine Anpassung der politischen Strategie. Aber die Diskussion läuft ja schon.

Schmidt: Wir müssen unsere Abhängigkeiten reduzieren. Die Autohersteller haben Gott sei Dank etwas von der Erholung in China profitiert. Das hilft aber nur den Aktionären und ist zu einseitig. „Amerika first“ machen die Asiaten leiser, ihre Wirtschaftspolitik hat aber den gleichen Effekt.

Herr Schmidt, sehen Sie trotz Liquidation noch eine Chance für Ihre Eisengießerei? Und wenn ja, wo?
Es gibt einen Strohhalm. Wir haben mit zehn potenziellen Investoren gesprochen, einer ist nun zurück an den Verhandlungstisch gekommen. Jetzt untersuchen wir die Möglichkeit, die Gießerei in Stade wieder aufzumachen. Es ist kein Windkraftgießer, aber ein Gießer, der seine Kapazität erhöhen will. Ob es weitergehen könnte, erfahren wir diesen Dezember. Wir fassen einen Asset-Deal ins Auge. So könnte ein Teil der Mitarbeiter wiedereingestellt und die derzeitige Genehmigung für 40 000 Tonnen Guss vollends genutzt werden. Der Interessent will kurze Transportwege. Wichtig ist auch die Anbindung an den Seehafen, weil hier Rohstoffe angeliefert und evtl. Halbzeug abtransportiert werden. Standortvorteil sind auch ein Bahnanschluss an den Industriehafen sowie „grüner Strom“, den wir über die Stromtrasse von Dänemark und Norwegen erhalten. Alle wollen, dass hier wieder gearbeitet wird. Auch für die Baettr Holding hat es einen hohen Wert, dass es hier weitergeht. Die Arbeitsplätze spielen für die Eigentümer, aber nicht zuletzt auch für mich eine große Rolle. Wir haben uns mit den Leuten 1:1 auseinandergesetzt, um sie weiterzuvermitteln. Mitarbeiter in der Coronazeit zu entlassen, ist nicht leicht.

Das Interview mit Stefan Schmidt und Prof. Felix Kruse führte Robert Piterek 

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