13.03.2019
erschienen in GIESSEREI Heft 3|2019

3-D-gedruckter Bremssattel im Test

Ein eindrucksvolles Video von Volkswagen zeigt den Test des neuen additiv gefertigten Bugatti-Bremssattels auf einem der leistungsfähigsten Bremsenprüfstände auf dem Markt. Das Video zeigt, dass das Funktionsbauteil aus Titan den Anforderungen gewachsen ist.

Im neuen Bugatti Chiron steckt mit dem neuen 3-D-Druck-Titanbremssattel ein Bauteil, das 40 % leichter ist als das Vorgängermodell aus Aluminium. Die Bremsen von Bugatti gelten als leistungsstärkste Bremsen der Welt. Die jetzt additiv eingesetzte Titanlegierung Ti6AI4V wird hauptsächlich in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt. Ihre Zugfestigkeit beträgt auch bei dem 3-D-gefertigten Bauteil 1250 N/mm2, d. h., dass an einem Quadratmillimeter des Materials mit bis zu 125 kg gezogen werden kann, bis es nachgibt.

Das Vorgängermodell des neuen Bremssattels wurde aus einem Block gefräst. Dies ist bei Titan nur schlecht möglich. Per 3-D-Druck, genauer dem selektiven Laserstrahlschmelzen, lässt sich das Problem nun umschiffen. Auch die Entwicklungszeit des Bremssattels war kürzer als sonst. Nur drei Monate vergingen nach der ersten Idee bis zum ersten gedruckte Bauteil. Pro Bremssattel dauert der Druckvorgang 45 Stunden, in denen Schicht für Schicht Titanpulver aufgetragen wird.

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