28.08.2019
erschienen in GIESSEREI Heft 9|2019

Treibstoff aus Sonnenlicht und Luft

Derzeit laufen zahlreiche Forschungsinitiativen zu alternativen CO2-neutralen Kraftstoffen, um schädliche Emissionen beim Verbrennungsprozess in Motoren zu vermeiden. Eine Mini-Raffinerie für Kraftstoffe aus Sonnenlicht und Luft hat nun die ETH Zürich vorgestellt. Bis 2025 soll die erste kommerzielle Anlage in Betrieb gehen. Produktionsvolumen: 10 Mio. Liter Methanol pro Jahr.

Eine solare Mini-Raffinerie steht heute bereits auf dem Dach des Maschinenlaboratoriums der Technischen Hochschule. Hier entstehen synthetische flüssige Treibstoffe, die bei der Verbrennung nur so viel CO2 freisetzen, wie zuvor der Luft entnommen wurde. CO2 und Wasser werden direkt aus der Umgebungsluft abgeschieden und mit Solarenergie aufgespalten. Gewonnen wird Syngas, eine Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid, welches anschließend zu Kerosin, Methanol oder anderen Kohlenwasserstoffen verarbeitet wird. Diese können direkt in der bestehenden globalen Transportinfrastruktur verwendet werden. Nächstes Ziel ist es, die Technologie auf industrielle Größe zu skalieren und Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. „Eine Solaranlage von einem km2 Fläche könnte pro Tag 20 000 l Kerosin produzieren. Theoretisch kann man mit einer Anlage auf der Fläche eines Drittels der Mojave-Wüste in Kalifornien den Kerosin-Bedarf der gesamten Luftfahrt decken“, sagt Philipp Furler, Direktor (CTO) von Synhelion und ehemaliger ETH-Doktorand.

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